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Finanzmarkt-Regulierung : „Ich will die Neobroker nicht abschaffen“

Mairead McGuinness ist die Stimme der europäischen Finanzmarktunion. Bild: EPA

Die Finanzindustrie wartet auf die Kapitalmarktunion. Europa aber handelt nicht mit der gleichen Hand. Die Finanzmarktkommissarin Mairead McGuinness spricht im Interview über Akronyme, Handyapps – und dessen Gefahren.

          3 Min.

          Frau Kommissarin, die Finanzbranche fordert, dass die EU mit der Kapitalmarktunion endlich Ernst machen muss. Der neue Bundeskanzler hat das kürzlich auch gesagt. Das Paket mit Vorschlägen, das Sie heute auf den Tisch legen, besteht vor allem aus sehr vielen, sehr technischen Einzelregelungen. Wo ist das Tempo?

          Werner Mussler
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          So einfach ist das nicht. Schon als mein Vorvorgänger Lord Hill das Vorhaben 2015 auf den Weg gebracht hat, waren zwei Dinge klar: Die Kapitalmarktunion steht unter hohem Zeitdruck, aber sie besteht auch im Bohren dicker Bretter. Wir haben es in der EU mit 27 unterschiedlichen nationalen Kapitalmärkten zu tun. Wer sie zu einem Finanzbinnenmarkt fortentwickeln will, muss unendlich viele nationale Regeln zusammenführen und weiterentwickeln. Das geht nur Schritt für Schritt – und nicht von heute auf morgen. Im Übrigen sind wir im Zeitplan. Im Jahr 2022 kommt ein weiteres großes Paket, mit anderen Schwerpunkten.

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