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Ethische Investments : Mit reinem Gewissen Geld verdienen

  • Aktualisiert am

Ethisch-ökologische Investments stoßen auf breites Interesse Bild: dpa

In den USA haben ethisch-ökologische Investments bereits einen Marktanteil von zehn Prozent. Die Deutschen schließen sich nun dem Trend an.

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          „Grünes Geld, gute Renditen und gutes Gewissen“, lautet der Titel einer Vortragsreihe der Konrad-Adenauer-Stiftung. Die Resonanz bei den Vorträgen in Arnsberg-Hüsten und Soest war groß. „Vor allem bei jungen Leuten stößt das Thema auf großes Interesse“, meint Johannes Hoffmann, Professor an der Goethe-Universität in Frankfurt. Dies zeige, dass die junge Generation aller Unkenrufe zum Trotz durchaus ein Interesse an Werten habe.

          Der Frankfurter Theologe setzt sich schon seit Beginn der neunziger Jahre mit ethischen Investments auseinander. Zusammen mit Gerhard Scherhorn von der Universität Hohenheim entwickelte Hoffmann einen Leitfaden zur Bewertung von Unternehmen aus ethischer Sicht. Das Konzept prüft die Börsengesellschaften nach ihrer Kultur-, Sozial-, und Naturverträglichkeit. Einen ersten Entwurf, der 850 Kriterien umfasste, präsentierten die Professoren bereits 1997 der Finanzwelt. „Das Fazit der Finanzexperten lautete damals: theoretisch hervorragend - praktisch unbrauchbar“, sagt Hoffmann. Denn allein der Situation von Frauen habe man damals 80 Punkte gewidmet. Den Anforderungskatalog haben die Wissenschaftler nun auf 200 Kriterien gekürzt.

          Ethischen Wettbewerb entfachen

          In einem zweiten Schritt haben die Forscher dann „Fleisch“ für ihre Theorie gesucht und die Depots von 13 Ordensgemeinschaften analysiert. Zusammen mit der oekom research AG entwickelte Hoffmann ein Ratingsystem, wobei die Unternehmen zudem innerhalb der Branchen eine Rangfolge erhalten. „Dies sollte einen ethischen Wettbewerb entfachen nach dem Motto: Warum sind die Konkurrenten ethisch besser?“, so Hoffmann. Das Corporate Responsibility Rating analysiert beispielsweise ethische Unternehmensziele, den Umgang mit Zielkonflikten zwischen kurzfristigen ökonomischen Nutzen und langfristigen ethischen Zielen sowie die Fairness in Wirtschaftsbeziehungen.

          Unter dem Gesichtspunkt der Sozialverträglichkeit prüfen die Analysten die Mitbestimmung, die Arbeitszeit, die Entlohung und die Gesundheitsbedingungen in den Unternehmen. Die ökologische Bilanzanalyse sowie die Einhaltung der Umweltauflagen gehören zum Pflichtprogramm bei der Bewertung der Naturverträglichkeit. Die BfG hat mit Luxinvest ÖkoLux und LuxinvestÖkoRent zwei Fonds aufgelegt, die mit Hilfe des Corporate Responsibility Rating gemanagt werden. In den USA haben ethisch-ökologische Fonds bereits einen zehnprozentigen Marktanteils des Anlagekapitals erreicht.

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