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Neue ESG-Anleihe : Nachhaltiger Unternehmensbond mit Extra-Anreiz

  • -Aktualisiert am

Szene vor der Wiener Börse aus dem Jahr 2019. Die neue UBM-Anleihe wird dort gehandelt. Bild: dpa

Grüne Anleihen boomen, doch bisher richten sie sich vor allem an Profi-Investoren. Ein neues ESG-Papier des österreichischen Immobilienunternehmens UBM Development dagegen besitzt eine für Privatanleger erschwingliche Stückelung.

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          Das österreichische Immobilienunternehmen UBM Development bereichert die Auswahl an nachhaltigen Anleihen für Privatanleger. UBM ist auch an der Entwicklung des neuen Bürogebäudes der F.A.Z. im Frankfurter Europaviertel beteiligt. Zwar boomen die an grüne und soziale ESG-Kriterien geknüpften Bonds, doch bisher eignen sich nur wenige dieser neuartigen Wertpapiere für Depots von Verbrauchern. Anders im Fall UBM: Die niedrige Stückelung zu 500 Euro erlaubt den Kauf auch schon mit wenig Geld.

          Mark Fehr
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Kleine Stückelungen sind allerdings nicht nur im ESG-Segment sehr schwer zu finden, sondern auch im Bereich herkömmlicher Anleihen Mangelware am Emissionsmarkt. Das zeigt ein Blick auf unsere Tabelle mit ausgewählten aktuellen Emissionen.

          Als nachhaltig wird die neue UBM-Anleihe deshalb klassifiziert, weil die Verzinsung sich zum Teil danach richtet, wie gut das Urteil der Ratingagentur ISS über das Unternehmen ausfällt. Bei diesem speziellen Rating geht es anders als üblich nicht um die finanzielle Kreditwürdigkeit der Emittentin, sondern darum, wie gut diese mit Blick auf die ESG-Kriterien Umweltschutz, Fairness, Vielfalt und gute Unternehmensführung abschneidet.

          Interessante Dynamik

          Laut Anlageprospekt stuft die auf ESG-Ratings spezialisierte Agentur ISS das Unternehmen aktuell im mittleren Bereich auf „C“ ein. Die 12-stufige ISS-Skala reicht von „A+“ als bestem bis „D-“ als schlechtestem Wert. Allerdings ist „C“ schon eine ziemlich gehobene Platzierung, da bisher kein Unternehmen besser als „C+“ eingestuft wird.

          Interessant für UBM-Anleihegläubiger ist die damit verbundene Dynamik: Falls das Unternehmen seine Einstufung nicht auf „C+“ verbessert und auf dem bisherigen Niveau verharrt, steigt die Verzinsung der Anleihe um 50 Cent je 500 Euro Stückelungsbetrag, also um 0,1 Prozent. Für die Schuldnerin stellt das einen finanziellen Anreiz dar, nachhaltiger zu wirtschaften.

          Die Emission traf auf so viel Nachfrage, dass die Zeichnung innerhalb kürzester Zeit über die Bühne ging, obwohl UBM das Anleihevolumen von 75 auf 150 Millionen Euro verdoppelte. Allerdings wurde dabei auch eine im Jahr 2022 auslaufende ältere UBM-Anleihe zum Umtausch zugelassen. Die an dem Umtausch teilnehmenden Anleiheinvestoren wurden dadurch plötzlich zu nachhaltigen Anlegern, obwohl es sich nach wie vor um dasselbe Unternehmen handelt.

          Der Hebel, einen Anleiheemittenten über den Zins zu mehr Nachhaltigkeit anzutreiben, findet sich auch bei anderen ESG-Papieren. Im Jargon der Finanzmärkte ist dabei von Sustainabilty Linked Bonds die Rede, also von Anleihen, die an Nachhaltigkeit geknüpft sind. So steigt auch der Zins einer vor einiger Zeit von dem Immobilienfinanzierer Berlin Hyp emittierten Anleihe, falls das Unternehmen seine ESG-Ziele nicht erreicht.

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