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Negativzinsen : Erste Sparkasse folgt EZB bei Minuszinsen

Welche Banken folgen der EZB bei den Negativzinsen? Bild: dpa

Gut eine Woche ist es jetzt her, dass die EZB die Negativzinsen weiter ins Minus gesenkt hat. Jetzt gibt die erste Sparkasse diese Belastung an Kunden mit großen Einlagen weiter.

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          Die erste Sparkasse in Deutschland folgt nach Informationen der F.A.Z. der Europäischen Zentralbank (EZB) bei der Absenkung der Negativzinsen weiter in den Minusbereich. Am Freitag hat die Sparkasse Rotenburg-Osterholz in Niedersachsen ihren Negativzins auf minus 0,5 Prozent gesenkt, wie aus Erhebungen des Internetportals Verivox hervorgeht. Der Zins wird auf Guthaben von einer Million Euro an erhoben. Vor der Senkung hatte die Sparkasse einen Negativzins in Höhe von minus 0,4 Prozent erhoben.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Vor gut einer Woche hatte die EZB die Zinsen, die Banken für Einlagen bei ihr zahlen müssen, weiter ins Negative gesenkt, von minus 0,4 auf minus 0,5 Prozent. Seither wird mit Spannung erwartet, ob die Banken die Negativzinsen an ihre Kunden weitergeben. Das ist jetzt die erste Reaktion in diese Richtung, die öffentlich wird.

          Die Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee, die gleichfalls damit geliebäugelt hatte, es der EZB nachzutun und ihren Negativzins für Einlagen von mehr als 100000 Euro von minus 0,4 auf minus 0,5 Prozent zu senken, hat sich jetzt allerdings offenbar dagegen entschieden. Wie Vorstand Josef Paul am Freitag der F.A.Z. sagte, habe die Bankleitung beschlossen, es bis auf weiteres bei dem bisherigen Verfahren für das „Verwahrentgelt“ zu belassen, das sich an den minus 0,4 Prozent orientiere.

          Laut Verivox haben bislang 13 Banken Negativzinsen in ihrem online zugänglichen Preisverzeichnis veröffentlicht. Sechs Banken verlangten Gebühren für das üblicherweise kostenlose Tagesgeldkonto, so entsteht indirekt eine Art Negativzins. Bei einigen Banken und Sparkassen gebe es Medienberichten über Negativzinsen, diese würden von den Institute aber nicht veröffentlicht.

          Einige Banken hätten zwischenzeitlich auch schon Negativzinsen für große Einlagen unterhalb des früheren EZB-Einlagenzinssatzes von minus 0,4 Prozent verkündet, diese fänden sich aber zuletzt nicht mehr in den öffentlich zugänglichen Preisverzeichnissen im Internet, berichtet Verivox weiter. Als Beispiele nennt das Portal die Raiffeisenbank im Naabtal, die zwischenzeitlich schon mal einen Zinssatz von minus 0,6 Prozent für Einlagen ab 250000 Euro genannt hatte, sowie die VR Bank Südliche Weinstraße-Wasgau, die nach mehreren Zinssenkungen schon mal bei minus 0,41 Prozent für Einlagen von mehr als 500000 Euro angekommen war.

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