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Erst einzahlen, dann einkaufen : So funktionieren Prepaid-Kreditkarten für Kinder

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Auf Prepaid-Kreditkarten können Eltern Geld einzahlen, das dann von den Kindern ausgegeben werden kann. Um den Umgang mit Geld zu lernen, sei Bargeld aber besser geeignet, sagen Verbraucherschützer.

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          Auch für Kinder und Jugendliche kann es praktisch sein, bargeldlos einzukaufen. Auf einer Prepaid-Kreditkarte können Eltern eine bestimmte Summe bereitstellen, über die der Nachwuchs dann frei verfügen kann - und das theoretisch ohne die Gefahr, ins Minus zu rutschen. Bei einigen Anbietern ist jedoch Vorsicht angebracht.

          Was ist eine Prepaid-Kreditkarte?

          Im Gegensatz zur klassischen Kreditkarte muss hier zunächst Geld eingezahlt werden, das dann ausgegeben werden kann. Sie sind attraktiv für Eltern, die ihren Kindern bargeldloses Bezahlen ermöglichen und zugleich die Kontrolle behalten wollen. Interessant sind sie auch für Menschen mit schlechter Schufa-Bewertung oder niedrigem beziehungsweise unregelmäßigem Verdienst, da für diese speziellen Karten oft keine Schufa-Auskunft und kein Nachweis über ein Mindesteinkommen nötig ist. Die Karte kann zum Bezahlen in Läden und im Internet benutzt werden. Oft lässt sich auch Bargeld am Automaten abheben.

          Was kostet so eine Karte?

          Laut einer Untersuchung der Zeitschrift „Finanztest“ (Heft 11/2013) unterscheiden sich die Kosten stark. Einige Karten sind kostenlos zu haben, insbesondere für Minderjährige. Bei anderen Anbietern fallen zwischen 12 und 22 Euro Jahresgebühr an. Teuer kann es am Geldautomaten werden: Dem Test zufolge wurden für das Abheben von Bargeld Gebühren bis zu 7,50 Euro fällig.

          Welche Probleme gibt es?

          Die Verbraucherzentrale NRW kritisiert, dass es bei einigen Karten möglich ist, trotz des eigentlich begrenzten Guthabens ins Minus zu rutschen. Das kann passieren, wenn ein Girokonto mit der Karte verbunden ist. Im Online-Handel werde beispielsweise Geld von der Karte gebucht, auch wenn kein ausreichendes Guthaben mehr vorhanden sei, sagt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale NRW. Je nach Anbieter können dann auch Dispo-Zinsen fällig werden. Die Verbraucherzentrale hat einige Banken abgemahnt, weil sie mit versteckten Vertragsklauseln eine Überziehung ermöglichten.

          Keine Abstriche gibt es hingegen in Sachen Sicherheit. Bei der „Finanztest“-Untersuchung, für die 15 für Jugendliche geeignete Karten geprüft wurden, haben Prepaid-Karten das gleiche Sicherheitsniveau wie klassische Kreditkarten.

          Worauf sollten Eltern noch achten?

          Kinder können bereits ab sieben Jahren eine eigene Kreditkarte bekommen. Ab welchem Alter eine solche Karte aber sinnvoll ist, sollten sich Eltern genau überlegen. Oelmann rät dazu, nicht zu früh anzufangen - um den Umgang mit Geld zu lernen, sei Bargeld eher geeignet. Sinnvoll könne eine Kreditkarte beispielsweise für Notfälle sein, wenn sich Jugendliche über längere Zeit im Ausland aufhielten. Praktisch: In vielen Fällen können Eltern über Benachrichtigungen per SMS oder E-Mail den Zahlungsverkehr ihres Kindes nachverfolgen.

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