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Ersparnis : China führt eine Einlagensicherung ein

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Finanzdistrikt in der Wirtschaftsmetropole Schanghai: Auch chinesische Sparer sollen künftig mit einer Einlagensicherung geschützt werden. Bild: Reuters

Wenn in China eine Bank pleitegeht, sind bislang schlimmstenfalls auch alle Ersparnisse der kleinen Leute dahin. Das soll sich ändern: Peking hat jetzt Details zur geplanten Einlagensicherung genannt.

          China hat erstmals Regeln zur Absicherung von Bankguthaben vorgelegt. Bis zu 500.000 Yuan (65.000 Euro) an Erspartem sollen künftig geschützt sein, gab die Zentralbank der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt an diesem Sonntag auf ihrer Webseite bekannt. Das Vorhaben könnte staatlichen Medien zufolge Anfang 2015 umgesetzt werden.

          Damit würden die kompletten Sparguthaben von 99,6 Prozent aller Kontoinhaber abgesichert. Die Banken des Landes haben nun bis zum 30. Dezember Zeit, sich zu dem Entwurf des für die Gesetzgebung verantwortlichen Gremiums des Staatsrats zu äußern.

          Die Einführung einer Einlagensicherung, die Sparer im Falle von Bankpleiten vor dem Schlimmsten bewahren und das Vertrauen in das Finanzsystem stärken sollen, ist Teil einer größeren Reform. Im Zuge dessen sollen beispielsweise auch die vom Staat vorgeschriebenen Zins-Spielräume für Banken freigegeben werden. Bislang durften sie für Sparguthaben nicht mehr Zinsen zahlen als das 1,2-fache eines von der Zentralbank festgelegten Satzes.

          Ausgenommen von den neuen Regeln sind internationale Banken in China sowie die ausländischen Tochtergesellschaften chinesischer Banken. Alle Banken, die in das System fallen, müssen für die Absicherung Kapital zurücklegen, das von der Zentralbank gesammelt und von einem Einlagensicherungsfonds verwaltet wird.

          Vor gut einer Woche hatte die Zentralbank den Banken bereits mehr Freiheit eingeräumt darin, Zinsen auf Kundeneinlagen zu gestalten. Überraschend senkte sie zudem den Leitzins.

          Die chinesische Konjunktur verlor zuletzt an Fahrt. Im Sommer legte sie mit einem Plus von 7,3 Prozent so langsam zu wie seit Anfang des Jahres 2009 nicht mehr. Dies könne dazu führen, dass erstmals seit 15 Jahren das Wachstumsziel der Regierung verfehlt wird. Sie strebt einen Zuwachs der gesamtwirtschaftlichen Leistung in Höhe von 7,5 Prozent an.

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