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Erneuerbare Energien : Wird der Strom jetzt günstiger?

Hohe Nachfrage: Erneuerbare Energien machen mittlerweile ein Drittel der Stromerzeugung aus. Bild: obs

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz gibt es seit über 16 Jahren. Nun soll zum Jahreswechsel eine Reformierung kommen. Was sich alles ändert, erklären Dennis Kremer und Dyrk Scherff.

          3 Min.

          Was ist das EEG überhaupt?

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (kurz EEG) gibt es seit 16 Jahren. Sein Ziel ist es, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung in Deutschland deutlich auszubauen: Der Gesetzgeber fördert darum bislang den Bau von Wind-, Solar-, Wasser-, Geothermie- oder Biomasseanlagen mit festen Zulagen. Jeder, der eine dieser Anlagen betreibt, erhält bisher vom Staat festgelegte Fördersätze je erzeugter Kilowattstunde Strom. Außerdem verpflichtet das Gesetz die Netzbetreiber dazu, den Anlagenbesitzern den Ökostrom abzukaufen und ihn vorrangig ins Stromnetz einzuspeisen. Für diese Förderung des Ökostroms müssen alle Stromkunden in Deutschland die sogenannte „EEG-Umlage“ zahlen - jeder Verbraucher findet sie auf der Stromrechnung.

          Worum geht’s bei der EEG-Reform?

          Erneuerbare Energien machen mittlerweile ein Drittel der Stromerzeugung aus. Die Kapazitäten werden schneller ausgebaut als die Leitungsnetze, die beispielsweise den Windstrom von der Küste zu den Verbrauchern in Süddeutschland liefern - die Netze können also nicht mehr mithalten. Durch die EEG-Reform soll der Ausbau jetzt etwas gebremst werden. Zudem soll der stete Anstieg der EEG-Umlage in den vergangenen Jahren verringert werden. Die feste Vergütung für größere Anlagen wird darum abgeschafft. Künftig entscheidet der Markt mit Hilfe einer Ausschreibung: Derjenige, der die niedrigste Förderung verlangt, bekommt den Zuschlag zum Betrieb einer neuen Ökostromanlage. Die Änderungen treten Anfang 2017 in Kraft.

          Müssen Verbraucher künftig weniger für den Strom zahlen?

          Zu viel Hoffnung sollten sich die Verbraucher nicht machen. Der Strompreis hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel von den Weltmarktpreisen für Kohle, Öl und Gas, den Kohlendioxid-Preisen am Emissionshandelsmarkt und den Kosten für die Stromnetze. Die EEG-Umlage zur Förderung von sauberem Strom macht 21 Prozent des Strompreises aus. Durch die EEG-Reform wird zwar der Anstieg der EEG-Umlage verlangsamt, sinken wird die Umlage jedoch aller Voraussicht nach nicht. Denn die Förderung aller bereits bestehenden Anlagen gilt für jeweils 20 Jahre und ist nicht veränderbar. Zudem will die Bundesregierung Milliarden in den Netzausbau investieren - auch dies soll über die Umlage finanziert werden.

          Werden neue Solaranlagen auf dem Dach künftig noch gefördert?

          Hausbesitzer, die sich eine private Solaranlage anschaffen möchten, erhalten weiter eine gesetzlich geregelte Zahlung je erzeugter Kilowattstunde. Sie wird vor Inbetriebnahme festgelegt und gilt fest für 20 Jahre. Derzeit liegt die Zahlung bei elf bis zwölf Cent, abhängig von der Anlagengröße - sie ist aber umso niedriger, je später die Anlage fertig wird. Einzige Voraussetzung für diese feste Förderung: Die Anlage muss weniger als 750 Kilowatt Leistung haben. Private Anlagen auf Ein- und Zweifamilienhäusern sind üblicherweise deutlich kleiner. Für sie gelten die neue Regelungen also nicht.

          Wird die Förderung für bestehende private Solaranlagen gekürzt?

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