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Dax im Sinkflug : Erholung der Märkte nur kurzlebig

Die Bären dominieren am Donnerstag die Märkte. Bild: EPA

Die Bären dominieren zum Ende der Woche hin. Schon seit Mittwoch sinken die Kurse wieder. Der Schweizer Franken wertet dem Euro gegenüber auf.

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          Um 13.000 pendelte sich der deutsche Leitindex Dax in den vergangenen Tagen ein. Nun scheint der Widerstand nach unten gebrochen. Schloss der Dax am schon verlustreichen Mittwoch noch knapp über der Marke, fiel er am Donnerstagmorgen nach Eröffnung weit darunter. Mit 12.701 Punkten lag er im frühen Handel 2,3 Prozent tiefer. Charttechnisch sehe es nach dem Fall unter die psychologisch wichtige 13.000er Marke nicht gut aus, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst CMC Markets, der Nachrichtenagentur Reuters. „Der fundamentale Boden im Dax droht angesichts der Angst vor einer Welle an Gewinnwarnungen wegzubrechen.“

          Gregor Brunner
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Als einziger Gewinner im Dax hielt sich Siemens Healthineers am Morgen mit 1,2 Prozent im Plus. Unter den verbleibenden 39 Werten im Index ging es darum, wer die geringsten Verluste vorweisen konnte. Der Pharmakonzern Sartorius führte das Feld mit rund minus 0,1 Prozent. Als größter Verlierer stand der Softwarehersteller SAP da. Die Aktien bewegten sich mit einem Minus von 5,7 Prozent auf ihr Coronatief vom März 2020 bei gut 82 Euro zu. Belastend wirkte eine Abstufung durch die französische Investmentbank Exane BNP Paribas.

          Auch den mittleren Börsenwerten ging es nicht besser. Der M-Dax verlor 2,2 Prozent auf 25.801 Punkte. Der Energielieferant Uniper büßte fast ein Viertel seines Börsenwertes ein, grenzte Verluste aber im Handelsverlauf auf 13,9 Prozent ein. Grund für den Kursrutsch war eine Bitte um staatliche Hilfe. Gestiegene Gaspreise und die reduzierten Liefermengen aus Russland infolge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine bereiten dem Betreiber von Gasspeichern im Moment arge Probleme. Der breiter aufgestellte F.A.Z.-Index verlor am Vormittag 2,1 Prozent auf 2085 Punkte.

          F.A.Z.-Index

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          Der Eurozonen-Index Euro Stoxx 50 verlor in ähnlichem Maß wie seine deutschen Verwandten. Mit 3449 Punkten lag er 1,9 Prozent unter dem Schluss des Vortages. In der Schweiz sank der Leitindex SMI 1,3 Prozent und lag am Vormittag bei 10.670 Punkten. Der Schweizer Franken wertete gegenüber dem Euro in der vergangenen Woche stark auf und notierte am Donnerstag sogar über der Parität. Ein Euro kostete 0,9974 Franken. Die Aufwertung des Franken liegt zum einen an der kürzlichen Leitzinserhöhung der Schweizer Notenbank (SNB). Außerdem hatte die SNB in den vergangenen Monaten ihre Devisenmarktinterventionen zum Zwecke der Schwächung des Franken zurückgefahren.

          EUR/CHF

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          In Asien hatten die Märkte am Donnerstag gemischte Vorgaben geliefert. Während der Handelsplatz China von seiner Touristik- und Luftfahrtbranche gestützt wurde, ging es in Japan und Australien bergab. In Schanghai und Shenzhen kletterte der CSI-300-Index um 1,47 Prozent auf 4487 Punkte. Damit glich der Index die Verluste vom Vortag aus. Der Hang-Seng-Index in Hongkong gab derweil um 0,97 Prozent auf 21.782,44 Punkte nach. In Tokio fuhr der Nikkei 225 nach schwachen Daten zur Industrieproduktion einen deutlichen Verlust ein. Der japanische Leitindex sank um 1,54 Prozent auf 26.393 Punkte, nachdem er bereits am Vortag nachgegeben hatte. Die Indikatoren für die amerikanischen Leitindices ließen am Vormittag eine tiefere Eröffnung der Wall Street erwarten. Anleger rechneten mit einem Minus von rund 1 Prozent.

          Die Kryptowährung Bitcoin baute ihre Verluste der vergangenen Wochen aus. Um 3,9 Prozent tiefer lag die Digitalwährung bei 19.303 Dollar. Mit dem Abschluss des zweiten Quartals könnte Bitcoin das schlechteste Ergebnis seit dem dritten Quartal 2011 einfahren, ermittelte die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. In den vergangenen drei Monaten verlor Bitcoin 58 Prozent seines Wertes.

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