https://www.faz.net/-gv6-9xtc1

Erholung am Aktienmarkt : Nordex-Aktie stürmt voran

Beim Windanlagenbauer Nordex läuft es. Doch ob die Corona-Pandemie nicht noch dazwischen funkt, ist offen. Bild: dpa

Am Dienstag steigen die Aktienkurse wieder stark. Allen voran nach guten Zahlen der des Windkraftanlagenbauers Nordex. Doch die Details zeigt die Schwäche der aktuellen Erholung.

          2 Min.

          Am Dienstag stehen die Zeichen an der Börse auf Erholung. Eine Reihe von Aktienkursen legt um mehr als 10 Prozent zu. Allen voran stürmt die Aktie des Windkraftanlagen-Herstellers Nordex mit einem Plus von nicht weniger als 24 Prozent und holt damit gut ein Fünftel der Kursverluste seit dem Absturz des Marktes  im Februar wieder auf.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Trotz Unsicherheiten ob der Corona-Pandemie baut Nordex im laufenden Jahr auf seine vollen Auftragsbücher. „Unsere Kunden halten an ihren Projekten fest“ sagte Konzernchef José Luis Blanco am Dienstag anlässlich der Bilanzvorlage. An den Entscheidungen über Investitionen habe sich nach ersten Erkenntnissen nichts geändert.

          Zum Start ins neue Jahr belief sich der Auftragsbestand allein bei den Turbinen auf 5,5 Milliarden Euro, im Service-Bereich auf 2,5 Milliarden. Gerade erst hat das Unternehmen einen Auftrag über 400 Megawatt Leistung aus Norwegen erhalten. Für den Windpark „Øyfjellet“ soll Nordex bis zum Herbst nächsten Jahres insgesamt 72 Turbinen errichten. Danach sind die Hamburger zunächst 20 Jahre lang für die Wartung zuständig.

          NORDEX

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Allerdings hat Nordex wegen der vielen offenen Fragen  mit Blick auf die Jahresziele den weiteren Verlauf der Corona-Krise vorerst ausgeklammert. Für 2020 erwartet das Unternehmen demnach einen Umsatz von 4,2 bis 4,8 Milliarden Euro sowie einen  bereinigten operativen Gewinn von 160 bis 240 Millionen Euro. Im besten Fall würde sich das operative Ergebnis damit fast verdoppeln und der Umsatz um gut 45 Prozent zulegen.

          Sollte es aber umfassendere Störungen durch die Pandemie geben, könne eine Anpassung der Prognose erforderlich sein, hieß es. Risiken gebe es vor allem auf der Angebotsseite, sagt Blanco. Zwar laufe die Produktion in China, woher Nordex unter anderem Rotorblätter bezieht, wieder langsam an, doch verlagere sich die Unsicherheit derzeit auf Europa und Nordamerika und damit zum Teil auch auf die eigenen Produktionsstätten. Noch seien diese offen, viel hänge aber von den Maßnahmen ab, die die Länder zur Eindämmung der Pandemie ergreifen. Auch die Ausbreitung der Krankheit selbst spielt eine Rolle.

          Die Investmentbank Goldman Sachs bezeichnete den Ausblick als „erwartungsgemäß“. Die genauen Belastungen der Corona-Krise müssten sich aber erst zeigen.

          Das zeigt auch die Schwäche und Kurzsichtigkeit der Erholung am Dienstag. Denn der Ausblick von Nordex steht gleichsam unter Vorbehalt. in Ausblick unter Vorbehalt, der womöglich in zwei Wochen Makulatur ist, ist eine dürftige Basis für eine Rally. Laufen die Dinge schlecht, könnten die Folgen bis zum Verlust von Aufträgen reichen.

          2019 hatte Nordex seine Verluste von knapp 84 Millionen Euro auf etwa 73 Millionen reduzieren können. Der Umsatz kletterte um ein Drittel auf rund 3,3 Milliarden Euro.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Unruhen wegen George Floyd : Ausgangssperre in Los Angeles

          Die Gewalt in Amerika eskaliert. In Detroit wird ein Demonstrant erschossen, in Oakland ein Polizist. Minnesotas Gouverneur entschließt sich zu einem einmaligen Schritt – und Trump gießt weiter Öl ins Feuer. Er beschuldigt linke Gruppen, hinter den Unruhen zu stecken.
          Der Start am Weltraumbahnhof in Florida

          Cape Canaveral : Erste bemannte SpaceX-Rakete erfolgreich gestartet

          Es ist der erste bemannte Weltraumflug Amerikas seit neun Jahren – die Privatfirma SpaceX hat ihre Crew-Dragon-Kapsel ins All geschickt. Der erfolgreiche Start der zweistufigen Rakete bedeutet eine grundsätzliche Abkehr von der Art und Weise, mit der Astronauten bisher in den Orbit befördert werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.