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Türkei : Erdogan fordert komplette Erneuerung der Notenbank

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4 Prozent Zinsen als Ziel? Der türkische Präsident Erdogan hält niedrige Zinsen wohl für ein Allheilmittel. Bild: AP

Der türkische Präsident Erdogan will die Notenbank runderneuern. Der Kurs der Lira zeigt sich dennoch stabil. Doch Investoren rechnen später mit Ungemach.

          Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan fordert nach der Entlassung von Zentralbankchef Murat Cetinkaya eine komplette Erneuerung der Institution. Sollte dies nicht geschehen, könnte die Türkei in ernsthafte Schwierigkeiten geraten, sagte Erdogan der Zeitung „Habertürk“ vom Mittwoch zufolge.

          „Die Zentralbank ist das wichtigste Element in der Finanzsäule der Wirtschaft. Wenn wir sie nicht vollständig überarbeiten, wenn wir sie nicht auf ein solides Fundament stellen, dann könnte es geschehen, dass wir mit ernsthaften Problemen leben müssen.“

          Bekanntermaßen vertritt Präsident Erdogan eine unkonventionelle Zinspolitik. Nach seinem Ermessen sind hohe Zinsen für die Inflationsbekämpfung kontraproduktiv. Niedrige Zinsen sollen dagegen sowohl die Inflation senken, als auch die inzwischen in einer Rezession steckende Wirtschaft anzukurbeln. 

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          Erdogan hatte am Wochenende den Zentralbankchef abberufen und durch den bisherigen Vize Murat Uysal ersetzt, der als Befürworter einer lockeren Geldpolitik.

          Cetinkaya habe nicht für Vertrauen in die Märkte gesorgt, begründete Erdogan seine Entscheidung. „Seine Kommunikation mit den Märkten war nicht gut.“

          Am Devisenmarkt löste die Äußerung keine spürbaren Reaktionen aus. Nach einer Abwertung am Montag in Reaktion auf die Entlassung Cetinkayas ist der Kurs der türkischen Währung stabil.

          Das hat damit zu tun, dass die Entlassung zwar nicht direkt erwartet worden, aber stets mit einkalkuliert war, und Nachfolger Uysal sich bislang noch nicht geäußert hat.

          Geändert haben sich aber die Zinserwartungen. Vor der Entlassung gingen die Märkte von Zinssenkungen über die kommenden zwölf Monate und immer noch niedrigeren Zinsen als heute in fünf Jahren aus. Derzeit rechnen sie mit kurzfristig etwas stärkeren Zinssenkungen, die bald wieder zurück genommen werden und in fünf Jahren mit höheren Zinsen als heute. Das zeigt deutlich, dass sich die Erwartungshaltung gegenüber der Anti-Inflationspolitik der Notenbank verschlechtert hat.

          Darüber hinaus locken eben immer noch die hohen Realzinsen von rund 8 Prozent, wobei immer noch Absicherungsgeschäfte getätigt werden, obwohl die Lira gegenüber dem Vorjahr deutlich aufgewertet hat.

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