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Noch in dieser Woche : Eon nimmt Innogy von der Börse

Das Logo von Innogy ist auf einem Schild vor der Eon-Konzernzentrale zu sehen: Nach der Übernahme durch den Energieversorger Eon soll das Unternehmen nun von der Börse genommen werden. Bild: dpa

Der Energiekonzern hat bei der Übernahme des ehemaligen Konkurrenten Innogy das letzte Kapitel eingeleitet. Der Energieversorger geht im großen Eon-Konzern auf.

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          Für Innogy war es eine kurze und sehr wechselhafte Geschichte. Im Oktober 2016 war die RWE-Abspaltung mit einer Erstnotiz von 37,30 Euro je Aktie mit viel Vorschusslorbeeren an die Börse gegangen, in dieser Woche ist die Zeit als selbstständiges Unternehmen schon wieder vorüber. Am Dienstag hat der Energiekonzern Eon im Handelsregister die Verschmelzung mit Innogy eingetragen. Damit geht die von RWE übernommene Gesellschaft nun im Düsseldorfer Stromriesen  auf und verschwindet von der Börse. 

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Die Notierung wird voraussichtlich im Laufe dieser Woche beendet. Die  noch verbliebenen Minderheitsaktionäre werden mit einer Barabfindung von 42,82 Euro je Aktie herausgedrängt. Wie Eon weiter mitteilte, soll sie in den kommenden Tagen ausgezahlt werden. Zuvor hatte ein gerichtlich bestellter Sachverständiger bestätigt, dass die Höhe der Ausgleichszahlung angemessen sei.

          E.ON

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          Einer der größten Versorger in Europa

          „Wir freuen uns sehr, dass wir heute den letzten großen Schritt zur vollständigen Übernahme und Integration von Innogy vollziehen konnten“, ließ sich der Eon-Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen zitieren. Im  2018 hatten Eon und RWE angekündigt, Innogy unter sich aufzuteilen. Eon übernahm den Anteil von knapp 77 Prozent, der noch bei RWE lag und machte den Minderheitsaktionären ein Übernahmeangebot von 40 Euro je Aktie. Vollzogen wurde die Transaktion über ein kompliziertes Tauschgeschäft, in dem sich beide Seiten spezialisieren. Eon erhielt das Endkundengeschäft und die Energienetze und ist dadurch zu einem der größten Versorger in Europa mit mehr als 50 Millionen Kunden aufgestiegen.

          RWE konzentriert sich ganz auf die Stromerzeugung und den Großhandel. Im Zuge des Deals übernahm der Essener Konzern das Ökostromgeschäft von Eon und die Erneuerbare-Energie-Aktivitäten der Innogy, deren Übertragung nun rechtlich wirksam werden kann. Zusätzlich bekam RWE eine Aktienbeteiligung von knapp 17 Prozent an Eon und einen Sitz im Aufsichtsrat, den RWE-Vorstandschef Rolf Martin Schmitz wahrnimmt. Die Beteiligung ist inzwischen auf 15 Prozent reduziert worden.

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          Möglichst schnelle Integration

          Teyssen kündigte an, die übernommenen Innogy-Sparten nun möglichst schnell komplett in den Eon-Konzern zu integrieren. Eon verspricht sich davon Einsparungen und Verbundvorteile von 600 bis 800 Millionen Euro im Jahr, die ab 2022 wirksam werden sollen. Dafür sollten ursprünglich bis zu 5000 Arbeitsplätze abgebaut werden, tatsächlich werden es nun deutlich mehr werden. Grund sind die tiefroten Zahlen im britischen Vertriebsgeschäft von Innogy, wo Teyssen hartes Durchgreifen angekündigt hat. Großbritannien war für Innogy der hinter Deutschland wichtigste Markt. Ein Fragezeichen steht immer noch über dem Deal: Mehrere Regionalversorger und der Ökostromanbieter Naturstrom haben vor dem Europäischen Gericht Klage gegen die Freigabe der Fusion durch die EU-Kommission eingereicht.

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