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Übernahme durch Commerzbank : Hauptversammlung beschließt Ende der Comdirect

Comdirect-Chefin Hegemann Bild: dpa

Die Eigentümer der Comdirect haben am Dienstag nach sechs Stunden das Ende der Direktbank beschlossen. Die Minderheitsaktionäre hadern mit dem Abfindungspreis.

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          Die Aktionärsvereinigungen SdK und DSW haben kritisiert, dass die Hauptversammlung der Comdirect am Dienstag nur online stattfand, obwohl mit dem Beschluss über das Herausdrängen („Squeeze-Out“) der Minderheitsaktionäre ein sehr wichtiges Thema auf der Tagesordnung stand. Die seit Jahresanfang amtierende Vorstandsvorsitzende Frauke Hegemann sagte dazu, eine Verschiebung des Aktionärstreffens sei weder im Interesse von Aktionären noch Mitarbeitern gewesen. „Die Unsicherheit hätte nicht auf den Unternehmenswert der Comdirect eingezahlt“, sagte Hegemann.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Commerzbank will ihre börsennotierte Tochtergesellschaft Comdirect komplett übernehmen, als eigenständiges Unternehmen auflösen und Teile von ihr ins Privatkundengeschäft aufnehmen. Die 2,75 Millionen Comdirect-Kunden sind sehr internetaffin: Zunehmend wickeln sie ihre Bankgeschäfte über das Smartphone ab.

          Die Hälfte der Log-Ins und ein Viertel aller Überweisungen seien 2019 schon über das Smartphone erfolgt, erzählte Hegemann. Auch ihr sei etwas wehmütig, dass dies die letzte Hauptversammlung der Comdirect sei, aber sie sei zuversichtlich, dass die Direktbank viel in die Commerzbank werde einbringen können. Für die Kunden solle sich „vorerst nichts ändern“.

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          Die Aktionäre gaben sich damit nicht zufrieden. Sie hatten ihre Fragen bis drei Tage vor der Hauptversammlung schriftlich einreichen müssen. Die Befürchtung, dass es deshalb zu keiner regen Aussprach komme, erfüllte sich wenn überhaupt nur zum Teil. Hegemann und ihr Vorstandskollege Matthias Hach beantworteten die Fragen von fünfzehn Aktionären recht ausführlich. Das Aktionärstreffen dauerte fast auf die Minute genau sechs Stunden – länger als manche Präsenzveranstaltung. Comdirect-Aktionäre beklagten, dass sie für 2019 nicht einmal eine Mindestdividende erhalten. Denn die Comdirect folgt der Empfehlung der Bankenaufsicht, bis Oktober nichts vom Gewinn auszuschütten. Und natürlich trieb Aktionäre um, dass sie für ihre Comdirect-Aktien eine Abfindung von – wie sie meinen – „nur“ 12,75 Euro je Aktie erhalten.

          Hedgefonds Petrus bekam mehr

          Schließlich hatte die Commerzbank dem Hedge-Fonds Petrus für seinen Comdirect-Anteil im Januar 170 Millionen Euro gezahlt – 15,15 Euro je Aktie. Dieser Preis ist für Minderheitsaktionäre jetzt beim Komplett-Erwerb aber nicht relevant, stellte Hegemann lapidar fest. Zwei Gutachten, für deren Kosten von zusammen gut einer Million Euro die Commerzbank aufkommt, seien vielmehr nach dem Ertragswertverfahren basierend auf der mittelfristigen Planung des Vorstands aus dem Herbst 2019 auf einen Unternehmenswert der Comdirect von nur 11,17 Euro je Aktie gekommen.

          Die von Comdirect nach einem hervorragenden ersten Quartal erhöhte Jahresgewinnprognose habe dann zu einem Unternehmenswert von 11,39 Euro geführt, erklärte Hegemann weiter. Da aber durch die Corona-Krise die mittelfristigen Zinsen in negatives Terrain gefallen seien, wären eigentlich Stand jetzt nur 10,94 Euro je Comdirect-Aktie angemessen. Gezahlt werden aber 12,75 Euro, da mindestens der Durchschnitts-Kurs der vergangenen drei Monate gezahlt werden muss.

          Obwohl das mehr ist, als die Gutachter errechnet haben, wirken viele Aktionäre unzufrieden. Ob der Comdirect-Vorstand nun die Commerzbank-Aktie empfehlen könne, fragt einer, offenbar auf der Suche nach einer Anlage für seine Zwangsabfindung. Zu einer solchen Empfehlung kann oder will sich Hach nicht durchringen.

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