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Gespräch mit Finanzhistoriker : „Langfristig am besten Aktien“

Blick auf die Zahlen: Mann vor einer Börsentafel in der Wall Street. Bild: AP

Welche Wertanlage ist profitabel? Der Finanzhistoriker Elroy Dimson stützt sich auf Daten aus den vergangenen 120 Jahren. Beispielhaft sind die Anlagestrategien amerikanischer Universitäten.

          3 Min.

          Langfristig auf die Finanzmärkte zu blicken ist die Aufgabe von Finanzhistorikern. Der Brite Elroy Dimson zählt zu den renommiertesten. Er lehrt in Cambridge und hat früher den norwegischen Ölfonds beraten. Auch der amerikanische Vermögensverwalter Invesco greift auf sein Wissen zurück. Welche Anlageklasse er langfristig empfiehlt, steht für Dimson im Gespräch mit der F.A.Z. außer Zweifel: „Aktien.“ Zum Anlageerfolg amerikanischer Universitäten von der Ostküste, der sogenannten Ivy League, hätten Aktien und alternative Investments wie zum Beispiel Private Equity wesentlich beigetragen. „Dagegen sind Anleihen weniger wichtig geworden“, fügt er hinzu. Dimson hat kürzlich mit Kollegen im Fachmagazin „Financial Analysts Journal“ einen Artikel über die Anlagestrategien der Stiftungen amerikanischer Universitäten veröffentlicht. Dabei stechen die frühzeitig höhere Gewichtung von Aktien und der Ausbau alternativer Investments heraus.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dimson ist sich bewusst, dass er damit bei deutschen Sparern auf Skepsis stoßen dürfte. „Die Deutschen scheinen von einer starken Angst vor einer Hyperinflation geprägt zu sein, bevorzugen aber Zinsanlagen gegenüber Aktien. Dabei leiden festverzinsliche Wertpapiere am meisten unter der Inflation. Das ist für mich ein Widerspruch.“ Dass langfristig Aktien die besten Chancen bieten, leitet er aus Daten der vergangenen 120 Jahre ab. Seine Untersuchungen zu den amerikanischen Universitäten haben darüber hinaus gezeigt, dass es besser ist, an seinem Portfolio allenfalls nur kleine Anpassungen vorzunehmen. „Regelmäßig in größerem Umfang von Aktien in Anleihen und dann wieder in die andere Richtung umzuschichten, zahlt sich nicht aus“, sagt Dimson. Der langfristige Erfolg amerikanischer Universitäten beruhe auch darauf, antizyklisch zu investieren.

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