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Kryptowährungen : Elon Musk wegen Dogecoin verklagt

Elon Musk hat noch gut Lachen. Bild: Reuters

Der Unternehmer wird auf 258 Milliarden Dollar verklagt. Ihm wird der Betrieb eines Schneeballsystems vorgeworfen – und illegales Glücksspiel.

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          Dass Kryptowährungen eine hochriskante Sache sind, dürfte mittlerweile jeder mitbekommen haben. Natürlich kann man mit ihnen reich werden, aber eben auch sehr viel Geld verlieren. Den Punkt mit den Verlusten hat besonders Keith Johnson zu spüren bekommen. In seinem Namen wurde bei einem Bundesgericht in Manhattan schon im Juni eine Klage eingereicht, unter anderem gegen Tesla-Gründer Elon Musk. Der Vorwurf lautet: „Die Beschuldigten wussten seit dem Jahr 2019, dass Dogecoin keinen Wert hat, haben aber trotzdem für Dogecoin geworben, um von seinem Handel zu profitieren.“

          Franz Nestler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zu dieser Zeit verlangte Johnson 86 Milliarden Dollar dafür, dass sich Musk persönlich bereichert habe und weitere 172 Milliarden Dollar für Ersatzzahlungen wegen Gewinnausfällen – insgesamt also 258 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Die Gesamtsumme würde grob der Hälfte des deutschen Bundeshaushalts entsprechen. Die geforderte Zahlung beläuft sich auf das 32-Fache der aktuellen Marktkapitalisierung der Scherz-Kryptowährung von 8 Milliarden Dollar und auf knapp das Dreifache der Marktkapitalisierung zur Zeit des Rekordstands von 88,68 Milliarden Dollar Mitte 2021.

          Außerdem soll der Dogecoin als Glücksspiel eingestuft werden, sodass Musk auch gegen das Glücksspielrecht verstoßen habe: „Da der Kläger und die Mitkläger vor dem Handel des Dogecoin nicht davor gewarnt wurden, dass es sich dabei um nichts anderes als Glücksspiel handelt, fordern der Kläger und die Mitkläger die Rückerstattung aller Einsätze, die durch den Handel von Dogecoin verloren wurden.“

          Zusätzlich soll Musk und allen seinen Unternehmen verboten werden, Doge­coin in jeglicher Form zu bewerben oder einzusetzen: Aktuell ist es in den Fanshops von Tesla, SpaceX und der Boring Company möglich, T-Shirts oder Tassen gegen Zahlung von Dogecoin zu erwerben. Damit nicht genug, die Anklage wurde nun ausgeweitet: Nicht nur, dass sieben neue Investoren sich ihr angeschlossen haben, auch trifft es nun sechs neue Beschuldigte, darunter die Doge­coin Foundation.

          Musk scheint die Klage nicht sonderlich ernst zu nehmen. Der Multimilliardär hat nun ein eigenes Parfüm rausgebracht – was man selbstverständlich mit Dogecoin bezahlen kann, wie er im sozialen Netzwerk Twitter betonte. Dort schrieb er auch kurz nach Bekanntwerden der Klage, er werde „weiterhin Dogecoin unterstützen“. In einem Interview erklärte er, warum: Die Menschen, die für SpaceX und Tesla arbeiteten, würden ihn darum immer wieder bitten.

          Warum er das tatsächlich tut, bleibt aber undurchsichtig: Anfang Mai 2022 stürzte der Kurs des Dogecoin ab, nachdem der Tesla-Chef die Devise in einem Sketch der Comedy-Sendung „Saturday Night Live“ als Schwindel bezeichnet hatte. Der Kurs sank von damals 74 Cent auf aktuell rund 6 Cent. Warum Musk aber selbst etwas als Schwindel bezeichnet, was er als Zahlungsmittel einsetzt, konnte der Milliardär bislang noch nicht zufriedenstellend auflösen.

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