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Devisenverkehr eingeschränkt : Argentinisches Elend

Menschen in Buenos Aires warten auf die Öffnung einer Bank. Einige Argentinier holten ihre Ersparnisse von den Banken aus Angst vor einem Zahlungsausfall. Bild: dpa

Dem südamerikanischen Land wurde früher großes Potential nachgesagt. Doch immer wieder gerät Argentinien in einen alten Teufelskreis.

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          Vor rund 100 Jahren galt Argentinien als ein Land mit einem beachtlichen wirtschaftlichen Potential. Doch seit Jahrzehnten verhindert politische Instabilität die nachhaltige Nutzung dieses Potentials. Das Ergebnis sind periodisch wiederkehrende Wirtschafts- und Währungskrisen. Die jüngste brach vor wenigen Wochen aus, als der als Marktwirtschaftler geltende Präsident Mauricio Macri in einer Vorwahl eine schwere Niederlage erlitt. Seitdem steht am Devisenmarkt der argentinische Peso unter Druck und die Regierung hat nun Begrenzungen des Devisenverkehrs beschlossen, um die Flucht der Argentinier in den Dollar zu verhindern. An der Börse in Buenos Aires brachen die Aktienkurse ein. Auch steht die rechtzeitige Rückzahlung von Schulden über 100 Milliarden Dollar mittlerweile in den Sternen. Im Lande selbst hat die alte wirtschaftliche Geißel Südamerikas, die Inflation, einen Stand von 50 Prozent erreicht.

          Zu beobachten ist ein immer wiederkehrender Teufelskreis. Nach der Bewältigung einer Krise beginnt eine von steigender Dollar-Verschuldung begleitete Erholung. In deren Verlauf vergessen internationale Kapitalgeber – private, aber auch der Internationale Währungsfonds – alle schlimmen Verluste, die in der Vergangenheit mit Argentinien-Anleihen angefallen sind und geben Buenos Aires neues Geld in der Hoffnung, dass dieses Mal alles anders sein wird. So gelang es Argentinien, vor knapp zwei Jahren eine 100 Jahre laufende Dollar-Anleihe zu verkaufen. Irgendwann kommt der Aufschwung ins Stocken, die Inflation steigt und Populisten machen für die Probleme nicht zuletzt die hohe Dollar-Verschuldung verantwortlich. Anschließend bricht die nächste Währungskrise aus, weil die Gläubiger im Ausland fürchten, ihr Geld nicht wieder zu sehen. Auf der Grundlage des aktuellen Kurses errechnet sich für die hundertjährige Anleihe eine Ausfallswahrscheinlichkeit von rund 85 Prozent.

          Neben Argentinien existieren vor allem in Südamerika und in Afrika zahlreiche Schwellen- und Entwicklungsländer mit einem beachtlichen wirtschaftlichen Potential, die als Folge schwacher Institutionen und erheblicher politischer Unsicherheit für langfristige Investitionen in Sachkapital wie in Finanzanlagen kaum in Frage kommen. So unterbleibt in diesen Ländern eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und die Anleger sehen sich veranlasst, ihr Geld zu Null- und Negativrenditen in Industrienationalen anzulegen. Wirtschaftliches und finanzielles Elend geht Hand in Hand.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

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