https://www.faz.net/-gv6-a0osw

Zahlungsdienstleister : Ehemaliger Wirecard-Chef Braun festgenommen

Markus Braun Bild: Reuters

Der frühere Wirecard-Vorstandsvorsitzende Markus Braun habe sich am Montagabend gestellt, teilen die Ermittler mit. Sie haben weitere Beteiligte im Blick.

          1 Min.

          Markus Braun, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der in einen Betrugsskandal verwickelten Wirecard AG, ist festgenommen worden. Das gab die ermittelnde Staatsanwaltschaft München I am Dienstag bekannt.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Die Behörde hatte am Tag zuvor einen Haftbefehl gegen Braun beantragt. Der 51 Jahre alte Österreicher hat sich den Angaben zufolge noch am Montagabend den Strafverfolgern gestellt. Er wird nun der Ermittlungsrichterin vorgeführt werden, die über die Haftfortdauer entscheidet.

          Wirecard droht Liquiditätsengpass

          Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, gemeinsam mit weiteren Tätern die Bilanzsumme und das Umsatzvolumen des Münchner Dax-Konzerns durch vorgetäuschte Einnahmen aus Geschäften mit sogenannten Drittpartnern aufgebläht zu haben, „um so das Unternehmen finanzkräftiger und für Investoren und Kunden attraktiver darzustellen“, hieß es.

          Besonders im Fokus der erst seit wenigen Tagen laufenden Ermittlungen stehen angebliche Bankguthaben auf Treuhandkonten bei zwei philippinischen Banken über mehr als 1,9 Milliarden Euro. Wirecard hatte am Montag mitgeteilt, dass der Milliardenbetrag „mit überwiegender Wahrscheinlichkeit“ nicht existiere.

          WIRECARD

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Deswegen prüft der Konzern die nachträgliche Korrektur seiner Bilanzen: „Mögliche Auswirkungen auf die Jahresabschlüsse vorangegangener Geschäftsjahre können nicht ausgeschlossen werden.“

          Parallel dazu laufen mit den Gläubigerbanken die Verhandlungen über die Verlängerung von Kreditlinien über insgesamt 1,85 Milliarden Euro. Wirecard droht ein Liquiditätsengpass, sollten die Kredite gekündigt werden.

          An der Börse legte der Aktienkurs von Wirecard am Dienstag zum ersten Mal seit Tagen zu. Er tendierte um mehr als 17 Prozent fester im Vormittagshandel.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Corona-Debatte bei Anne Will

          TV-Kritik: Anne Will : Mit Plattitüden gegen die Pandemie

          Wer die gegenwärtige Misere der Talkshows im öffentlich-rechtlichen Fernsehen erleben wollte, bekam bei Anne Will einen bemerkenswerten Anschauungsunterricht. Eine Debatte fand nicht statt, stattdessen gab es ein Poesiealbum von Allgemeinplätzen.
          Brand in einem Flüchtlingslager auf Samos (Archivbild)

          Griechenland : Feuer im Flüchtlingslager auf Samos

          In einem griechischen Flüchtlingszentrum ist abermals ein Feuer ausgebrochen. Mehrere Container brannten nieder. Dutzende Minderjährige wurden aus dem Lager gebracht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.