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Edelmetallenthusiasten : Süchtig nach dem Goldfund

  • -Aktualisiert am

An vielen deutschen Flüssen waschen Hobbysucher Gold, wie hier an der Schwarza in Thüringen Bild: dapd

Gold ist so teuer wie niemals zuvor. Kein Wunder, dass sich einige Glücksritter auf die Suche nach dem Edelmetall begeben. Auch in Deutschland ist noch mancher Schatz zu finden - zum Beispiel im Rhein bei Freiburg.

          Schon mehrere Meter vor dem vereinbarten Treffpunkt ruft der Anblick des orangefarbenen Vans mit der Aufschrift „Goldsucher.de“ ein Lächeln hervor. Wahrscheinlich, weil das Auto ein bisschen das Bild bestätigt, das man von einem waschechten Goldsucher hat: ein heimlich Süchtiger, ein bisschen verrückt vielleicht, denn nicht jeder nutzt seine freie Zeit, um in Flüssen nach Goldflitterchen zu suchen. Finanziell lohnt sich diese Tätigkeit jedenfalls nicht. Goldsucher treiben andere Gründe an - und vor allem eine große Leidenschaft für die Sache.

          In ganz Deutschland auf der Suche

          Den Besitzer dieses Autos erkennt man auch schon von weitem. Er trägt ein T-Shirt in der gleichen knalligen Farbe wie der Van. Franz-Josef H. Andorf ist ein leidenschaftlicher Goldsucher, und er hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Seit nun knapp sieben Jahren gibt er Goldwaschkurse in der Nähe von Freiburg, heute in Neuenburg am Rhein. Privat war er schon in ganz Deutschland auf der Suche. „Wir Goldsucher suchen immer dort, wo wir glauben, noch mehr finden zu können“, erzählt er und fügt hinzu: „Diese Gegend hier ist eine der besten Stellen in Deutschland.“ Angesichts des strahlend blauen Himmels habe er deshalb auch spontan entschieden, zu einem schöneren Goldwaschplatz als dem vorgesehenen zu fahren. „Sie werden erstaunt sein, wie schnell Sie etwas finden“, verspricht er „und wie schnell Sie süchtig werden.“

          Neun Teilnehmer haben sich eingefunden. Normalerweise sind die Gruppen größer, bis zu 30 Leute begeben sich gemeinsam zur Schatzsuche ins rheinische Nass. Es ist ein bunt zusammengewürfelter Haufen: ein Pärchen im Urlaub, ein ehemaliger Lehrer, ein junges Geschwisterpaar und vier schwäbische Freundinnen, die sich verfahren hatten und mit etwas Verspätung hinzustoßen.

          Was am Ufer einfach wirkt, ist im Fluss viel schwieriger

          Im Autocorso geht es in Richtung Wasser, wo der Kurs am Ufer mit einer theoretischen Einführung beginnt. „Der Rhein ist der goldreichste Fluss Deutschlands, und wir befinden uns hier an einer der reichhaltigsten Stellen des Flussverlaufs“, erzählt Andorf. Der Blick schweift über das Wasser. Schon einige professionell aussehende Goldsucher haben sich mit Goldwaschrinne, Goldwaschpfanne und Campingstuhl im Wasser niedergelassen. Gespannt schauen die Teilnehmer den Profis zu und Lehrer Andorf erklärt die Goldwaschtechnik.

          Die Utensilien der Edelmetallenthusiasten

          Was vom Ufer aus einfach aussieht, gestaltet sich in der Praxis sehr viel schwieriger. Denn zunächst einmal muss die oberste Steinschicht im Wasser abgetragen werden, um an das Gold unter der Erdoberfläche zu gelangen. Die freigelegte, nun schon feinere Schicht wird dann in eine Goldwaschpfanne gefüllt. „Achten Sie darauf, dass das Material immer in Bewegung ist“, rät Andorf. Der Grund hierfür ist die massive Dichte von Gold: Mit einem Wert von 19,3 Gramm je Kubikzentimeter ist es sehr viel schwerer als Steine (5 bis 7 Gramm je Kubikzentimeter) oder das leichte Wasser (1 Gramm je Kubikzentimeter).

          Durch das Schwenken setzen sich auch kleinste Goldflitter mit ihrem enormen Eigengewicht auf dem Boden der Pfanne ab. Die obersten Schichten werden unter immerwährender Bewegung mit der Hand weiter entfernt, bis schließlich in der Pfanne ein schwarzer Sand zurückbleibt. Nach einem letzten gekonnten Schwenk findet eine der Schwäbinnen als Erste einen Goldflitter. Er ist zwar kleiner als ein Millimeter, doch aufgrund seiner schimmernden goldigen Farbe ist er auch für das ungeübte Auge sofort erkennbar.

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