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Edelmetalle : Was für drastisch unterbewertete Goldaktien spricht

  • Aktualisiert am

Gold glänzt schon länger stärker als Goldaktien Bild: dpa

Obwohl sich der Goldpreis vervielfacht hat, treten führende Goldminen-Indizes seit Jahren letztlich nur auf der Stelle. Und es gibt weitere Indizien, die Experten von historisch günstigen Bewertungen sprechen lassen.

          Der Goldpreis befindet sich schon seit mehr als einem Jahrzehnt im Aufwind. Auch seit Mai 2006 hat sich der Preis für die Feinunze locker mehr als verdoppelt. Doch anders als zu vermuten wäre, hat das damit einhergehende Goldfieber viele Goldminenaktien völlig unbeeindruckt gelassen. Ablesen lässt sich das am Philadelphia Gold and Silver Sector Index. Der so genannte XAU Index, der 16 gehedgte und ungehedgte Gold- und Silberproduzenten umfasst, tritt seit Mai 2006 letztlich nur auf der Stelle.

          Wenn die Goldminenaktien schon nicht gut laufen, wenn der Goldpreis explodiert, was passiert dann erst, wenn der Goldpreis nachgeben sollte, fragen sich deswegen Skeptiker besorgt. Vielleicht hat diese Befürchtung auch dazu beigetragen, dass die Aktienkurse der Goldproduzenten zuletzt deutlich unter Druck geraten sind. Hat doch jüngst die Zahl der Goldpreis-Pessimisten wieder jene der Goldpreis-Optimisten überstiegen.

          Doch Marktkenner wie Frank Holmes, CEO und Chief Investment Officer bei der amerikanischen Fondsgesellschaft U.S. Global Investors sehen darin sogar ein ermutigendes Zeichen. Für Anleger, die wie er gegen den Markt wetten, sei dies ein Kaufsignal. Er verweist zur Begründung auf Research von Canaccord Genuity. Daraus gehe hervor, dass der Goldpreis immer dann, nachdem die Zahl der Pessimisten die der Optimisten wieder überstiegen hat, der Goldpreis im Monat danach im Schnitt um rund 10 Prozent gestiegen ist (siehe Grafiken). Und wenn sich die Geschichte wiederhole, dann könnte das den Goldaktien neues Leben einhauchen, so Holmes.

          Kontraindikator dafür, dass Gold wieder steigen könnte

          Kursrallys im Goldsektor laufen traditionell schnell ab

          „Nach einem Jahr der Missachtung bedürfen Goldaktien der Wiederbelebung. Schon seit April 2011 sind diese Titel deutlich unterbewertet im Vergleich zu Gold.“ Und zuletzt habe sich dieser Trend sogar noch verstärkt. Fest macht er diese Behauptung an der Differenz zwischen dem NYSE Arca Gold Miners Index und dem Goldpreis selbst. Ende März habe diese Spanne trotz aktuell deutlich besserer Konjunkturaussichten ein ähnlich hohes Maß erreicht wie 2008 während der Kreditkrise. Blick man auf den im Jahr 2000 aufgenommenen Bullenmarkt für Gold zurück, sei dies ein sehr seltener Zustand (siehe Grafiken).

          Differenz zwischen NYSE Arco Gold Miners Index und dem Spot Goldpreis

          Aber selbst in den vergangenen zwölf Monaten habe es immer wieder Phasen gegeben, in denen auch die Goldaktien Lebenszeichen gesendet hätten. So sei der S&P/TSX Global Gold Index zwar von Anfang bis Mitte 2011 um 14 Prozent gefallen, doch über weite Strecken des dritten Quartals sei diese Kursscharte dann wieder wettgemacht worden. Nun sei der Index in den vergangenen vier Monaten um rund 28 Prozent eingebrochen, während der Goldpreis in dieser Zeit nur um deutlich geringere 9 Prozent gefallen sei.

          Und ob man es nun glaube oder nicht, könne diese Kursschwäche sogar positiv interpretiert werden. Zumindest lege das erneut eine Studie aus dem Hause Cannacord Genuity nahe. Denn darin zeige ein Blick auf den langfristigen Charts des S&P/TSX Global Gold Index dass in den vergangenen sechs Jahren auf jeden Einbruch anschließend eine scharfe Rally nach oben gefolgt sei. Wer davon profitieren wolle, müsse aber schnell agieren, weil die V-förmigen Aufwärtsbewegungen schnell abliefen (siehe Grafiken).

          Gold sieht überkauft aus

          Die tiefen Kursen heizen Übernahmefieber an

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