https://www.faz.net/-gv6-9pupl

Edelmetall : Gold ist ein seltsamer Krisenindikator

Bild: AFP

Gold gilt als Krisenwährung. In diesem Jahr war davon bisher nicht viel zu sehen. Es sind eher die sinkenden Realzinsen, die ihm jetzt Beine machen.

          1 Min.

          Ist der Goldpreis ein Krisenindikator? Wenn ja, dann hat er zumindest bisweilen ganz eigene Vorstellungen davon, was als Krise zu begreifen ist. Man erinnere sich: Als im Februar die Aktienkurse nach unten rauschten, da nützte das dem Goldpreis kaum etwas. Und schon mehrfach in diesem Jahr, wenn es am Golf bedrohlich zu werden drohte zwischen Iran und Donald Trump, versagte der Goldpreis den Anlegern jeden Ausschlag nach oben.

          Selbst eine so profunde Krise wie die zwischen der Europäischen Union und Großbritannien ließ den Goldpreis zumindest bei den gefühlt zwanzig jüngsten Zuspitzungsrunden weitgehend kalt.

          Im Moment aber ist das anders: Seit Ende Mai reagiert der Goldpreis sehr sensibel auf Nachrichten aus dem globalen Handelskonflikt und hat mittlerweile erstaunliche Höhen erklommen. Dabei spielen die sogenannten Realzinsen eine wichtige Rolle, also die Kapitalmarktzinsen abzüglich der Inflation.

          Sie sind gesunken, in vielen Ländern sind sogar die nominalen Renditen der Staatsanleihen inzwischen negativ. Das lässt den Preis des unverzinsten Goldes leichter auf Krisen reagieren, weil andere sogenannte „sichere Häfen“ wie Staatsanleihen wenig attraktiv sind.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die Firmenzentrale des Zahlungsdienstleisters Wirecard im bayrischen Aschheim.

          Marktmanipulation : Bafin zeigt Wirecard an

          Nach den Vorwürfen wegen Marktmanipulation gegen den Zahlungsdienstleister hat nun die Finanzaufsicht Bafin Anzeige erstattet. Die Geschäftsräume des Unternehmens in Bayern wurden untersucht. Die Vorwürfe richten sich gegen Vorstände.
          Als hätte er sie gewonnen: Trump hält am 1. Juni vor der Kirche St. John in Washington eine Bibel hoch.

          Psychogramm eines Präsidenten : Krieg, bis ihn alle lieben

          Pandemie, Rassismus, Polizeigewalt – Amerika könnte einen Landesvater gebrauchen, der Trost spendet und Zuversicht verbreitet. Doch im Weißen Haus sitzt ein Narziss, der nur mit einer Person mitfühlt: sich selbst.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.