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Edelmetall : Gold ist ein seltsamer Krisenindikator

Bild: AFP

Gold gilt als Krisenwährung. In diesem Jahr war davon bisher nicht viel zu sehen. Es sind eher die sinkenden Realzinsen, die ihm jetzt Beine machen.

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          Ist der Goldpreis ein Krisenindikator? Wenn ja, dann hat er zumindest bisweilen ganz eigene Vorstellungen davon, was als Krise zu begreifen ist. Man erinnere sich: Als im Februar die Aktienkurse nach unten rauschten, da nützte das dem Goldpreis kaum etwas. Und schon mehrfach in diesem Jahr, wenn es am Golf bedrohlich zu werden drohte zwischen Iran und Donald Trump, versagte der Goldpreis den Anlegern jeden Ausschlag nach oben.

          Selbst eine so profunde Krise wie die zwischen der Europäischen Union und Großbritannien ließ den Goldpreis zumindest bei den gefühlt zwanzig jüngsten Zuspitzungsrunden weitgehend kalt.

          Im Moment aber ist das anders: Seit Ende Mai reagiert der Goldpreis sehr sensibel auf Nachrichten aus dem globalen Handelskonflikt und hat mittlerweile erstaunliche Höhen erklommen. Dabei spielen die sogenannten Realzinsen eine wichtige Rolle, also die Kapitalmarktzinsen abzüglich der Inflation.

          Sie sind gesunken, in vielen Ländern sind sogar die nominalen Renditen der Staatsanleihen inzwischen negativ. Das lässt den Preis des unverzinsten Goldes leichter auf Krisen reagieren, weil andere sogenannte „sichere Häfen“ wie Staatsanleihen wenig attraktiv sind.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

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