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Edelmetall-Euphorie : Deutsche kaufen 83,5 Tonnen Gold

Die Deutschen lieben es. Bild: dpa

Die Käufe von Gold-Barren und Münzen steigen hierzulande im ersten Halbjahr um mehr als 100 Prozent – anders als in weiten Teilen der Welt.

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          Die Deutschen haben im ersten Halbjahr auffällig viel physisches Gold gekauft und fallen damit auch international mengenmäßig etwas aus dem Rahmen. Das geht aus Zahlen der Branchenorganisation World Gold Council (WGC) für die Goldnachfrage im ersten Halbjahr hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden. Demnach haben deutsche Anleger in den ersten sechs Monaten dieses Jahres Barren und Münzen mit einem Gesamtgewicht von 83,5 Tonnen erworben, das war ein Plus von mehr als 100 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          In aller Welt dagegen ging die Nachfrage nach Barren und Münzen im ersten Halbjahr sogar um 17 Prozent zurück auf 396,7 Tonnen. Dabei gab es anscheinend eine Ost-West-Teilung: Während im westlichen Teil der Welt wegen der Corona-Krise mehr Gold gekauft wurde, sank der Absatz beispielsweise in Asien und im Mittleren Osten deutlich – und zwar auch wegen der Corona-Krise.

          Hohe Zuflüsse in ETF

          Einen Rekord, der auch den Preis beflügelt haben dürfte, verzeichneten unterdessen die Zuflüsse in börsengehandelte Indexfonds („Exchange Traded Funds“, ETF) auf Gold. Diese Fonds erwarben im ersten Halbjahr 734 Tonnen Gold. Ende Juni habe der Bestand an dem Edelmetall in diesen Fonds bei 3621 Tonnen gelegen, so viel wie noch nie. Allein im zweiten Quartal stiegen die Zuflüsse in die Fonds gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als 300 Prozent auf 434,1 Tonnen. Damit sei fast der alte Rekord bei den Zuflüssen aus der Finanzkrisenzeit erreicht worden. Damals, im ersten Quartal 2009, hatten die Zuflüsse in solche Goldfonds 465,7 Tonnen betragen.

          Gold

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          Schmucknachfrage bricht ein

          Die Goldnachfrage für die Schmuckproduktion in aller Welt ist hingegen eingebrochen. Sie ging um 46 Prozent auf 572 Tonnen zurück. Die nachgefragte Menge sei damit ungefähr die Hälfte des Zehn-Jahres-Durchschnitts gewesen. Im zweiten Quartal war global ein Rückgang um 53 Prozent zu beobachten gewesen, noch stärker war der Einbruch in diesem Zeitraum in dem klassischen Goldschmuck-Land Indien mit minus 74 Prozent, etwas schwächer dagegen in China mit minus 33 Prozent. Beim Rückgang der Goldschmuck-Nachfrage habe sicherlich vor allem das Schließen von Juweliergeschäften und Produktionsanlagen in vielen Ländern im Zuge des Shutdowns eine Rolle gespielt, aber wohl auch der zuletzt hohe Preis, meint das World Gold Council. Ähnliche Gründe hätten dazu geführt, dass die Goldnachfrage für technische Anwendungen um rund 13 Prozent auf 140 Tonnen zurückgegangen ist. Die Goldkäufe der Notenbanken seien im ersten Halbjahr gegenüber den Rekordzahlen des Vorjahreszeitraums auf 233 Tonnen zurückgegangen. Auf der anderen Seite habe sich das Goldangebot, auch durch coronabedingte Ausfälle in den Minen und bei den Recycling-Unternehmen um 6 Prozent auf 2192 Tonnen verringert.

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