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Vermögenspreise : Ein Inflationsschub ist unwahrscheinlich

Japans Notenbank betreibt unkonventionelle Geldpolitik. Bild: dpa

Die DZ Bank befasst sich angesichts der immer expansiveren Geldpolitik in einer Studie mit Inflationssorgen an den Finanzmärkten – hält diese Sorgen aber für nicht sehr begründet.

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          Der starke Preisanstieg bei manchen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse hat in der Bevölkerung zuletzt Sorgen über die krisenbedingte Teuerung hervorgerufen. Am Donnerstag wurde zudem aus Italien über Unmut einer Verbraucher-Organisation berichtet, weil der Espresso teurer geworden sei.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Aber auch an den Finanzmärkten gibt es offenkundig Diskussionen darüber, ob man sich im Nachgang der Krise zumindest mittelfristig auf eine höhere Inflation einstellen müsse. Die DZ Bank in Frankfurt hat sich in einer Studie, die der F.A.Z. exklusiv vorliegt, eingehend mit diesem Thema befasst. Sie kommt allerdings zu dem Ergebnis: „Ein Inflationsschub ist unwahrscheinlich.“

          Eine Frage von Jahren

          Es könne zwar nicht mit absoluter Gewissheit ausgeschlossen werden, dass der Inflationsdruck angesichts der immensen Liquidität der Zentralbanken mittelfristig steige, zumal die Notenbanken dazu übergegangen seien, einen Großteil der Staatsschulden zu monetarisieren.

          Es gehe dabei nicht um die nächsten ein oder zwei Jahre, eher um die Zeit danach etwa in drei Jahren. Einer der wichtigsten Gründe für eine auch mittel- bis langfristig niedrige Inflationsrate sei jedoch, dass die Zentralbanken bei einem kräftig steigenden Preisdruck wohl recht zügig die Leitzinsen anheben würden. Die Gefahren, die aus einem unkontrollierten Anstieg der Inflationserwartungen für eine Volkswirtschaft erwüchsen, sprächen gegen eine lasche Handhabung bei der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB). Dies wiederum impliziere, dass bei einer drastischen Verfehlung des Inflationsziels geldpolitische Sanktionen ergriffen würden: „In diesem Fall sollten die Renditen für Staatsanleihen wieder höher ausfallen.“

          Für die augenblickliche Situation sieht die DZ Bank ohnehin keine Inflationsrisiken. Die Statistikbehörde Eurostat hatte in dieser Woche die Inflationsrate für die Eurozone für April sogar noch nach unten korrigiert, von 0,4 auf 0,3 Prozent. „Solange die Krise die Wirtschaft fest im Griff hat und das Wirtschaftswachstum stark einbricht, sollten die Inflationsraten niedrig bleiben“, schreibt die DZ Bank. „Die ultraexpansive Geldpolitik ist vor dem Hintergrund der schärfsten Rezession, die die meisten entwickelten Länder in diesem Jahr verzeichnen werden, daher angebracht.“

          Problem der Sparschwemme

          Gleichwohl gebe es durchaus ernsthafte Diskussionen am Finanzmarkt darüber, ob auf längere Sicht die sehr expansive Geldpolitik, gepaart mit der hohen Verschuldung der öffentlichen Haushalte, den „Anfang vom Ende“ der Ära der sehr niedrigen Inflation markieren könnte. Sollte die medizinische Krise vollständig unter Kontrolle gebracht sein, dürfte ein starker Aufschwung einsetzen, der durch fiskal- und geldpolitische Impulse beflügelt werde, meint die Bank. „Diese Impulse werden im Endeffekt wohl um ein Vielfaches größer sein als im Zuge der Finanzkrise.“ Es fehlten zudem bestimmte „disinflationäre“, also die Inflation drückende Kräfte aus der Finanzkrisenzeit, vor allem das damals schwache Bankensystem.

          Allerdings gehe die Bank nicht davon aus, dass die Inflationsraten allein aufgrund der hohen Liquiditätsversorgung der Märkte kräftig steigen würden. Viele Gründe dafür, dass die Inflationsraten in den vergangenen Jahren so niedrig gewesen seien, dürften weiter gelten. Dazu gehörten die demographische Entwicklung, eine verbesserte Preistransparenz aufgrund der Digitalisierung, ein schwächerer Zusammenhang zwischen Arbeitsmarkt und Inflation sowie die sogenannte Sparschwemme.

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