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Nur etwas Entspannung : DZ Bank: Immobilienpreise steigen weiter stark

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Begehrte Lage: Wohnhäuser im Berliner Stadtteil Kreuzberg Bild: dpa

Die Dynamik lässt zwar etwas nach, aber eine Preiskorrektur bleibt wohl aus. Das dürfte auch nicht der Fall sein, wenn die Zinsen wieder steigen sollten.

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          Der starke Anstieg der Preise für Wohnungen und Häuser in Deutschland dürfte sich nach Einschätzung der DZ Bank im kommenden Jahr fortsetzen. Es sei aber mit einer Abschwächung der Wachstumsraten zu rechnen, hieß es in einer Studie, die am Freitag veröffentlicht wurde. Bei wohl weiter vergleichsweise niedrigen Zinsen erwartet die DZ Bank, dass die Preise für Eigenheime und Eigentumswohnungen 2022 um 7,5 bis 9,5 Prozent steigen. Das verlangsamte Bevölkerungswachstum sowie ein stärkerer Neubau dürften das Verhältnis von Angebot und Nachfrage entspannen und damit den Preis- und Mietenanstieg dämpfen. Zum Vergleich: Für dieses Jahr erwartet die DZ Bank, dass sich Wohneigentum um 11 Prozent verteuert.

          Ein Anziehen der Zinsen, was Kredite verteuern würde, würde die Dynamik auf dem Immobilienmarkt stärker bremsen, meint die Bank. Doch auch dann sei die Wahrscheinlichkeit für eine Korrektur moderat – trotz hoher Preise und wachsender privater Verschuldung. Denn die Arbeitslosigkeit in Deutschland sei niedrig, und Festzinskredite, die Darlehen vor steigenden Zinsen schützen, seien weit verbreitet. Zudem treibe die zuletzt gestiegene Inflation die Nachfrage nach Sachwerten, da sie Sparguthaben auf Bankkonten entwerte.

          In diesem Jahr hat sich der 2010 laufende Immobilienboom noch beschleunigt: Für das zweite Quartal verzeichnete das Statistische Bundesamt einen Anstieg der Immobilienpreise um 10,9 Prozent zum Vorjahreszeitraum – das größte Plus seit dem Jahr 2000. In der Pandemie mit Lockdowns und mehr Homeoffice ist die Nachfrage nach Wohneigentum und auch mehr Platz zu Hause gestiegen. Die Studie der DZ Bank deckt sich mit Einschätzungen des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (vdp), der ebenfalls damit rechnet, dass sich der jüngste Anstieg der Wohnimmobilienpreise abschwächt. Einen Einbruch erwartet aber auch er selbst bei steigenden Zinsen nicht.

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