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Altersvorsorge : DWS zieht sich aus dem Riester-Geschäft zurück

Der Vermögensverwalter DWS zählt zu den großen Anbietern in der geförderten Altersvorsorge. Bild: Wolfgang Eilmes

Die Fondsgesellschaft zieht sich aus dem Riester-Neugeschäft zurück und erhebt Vorwürfe gegen die Bundesregierung: Im Negativzins funktioniere keine Garantie. Die DWS dürfte nicht der letzte Anbieter sein, der Riester aufgibt.

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          In diesem Jahr feiert die Riester-Rente ihren zwanzigsten Geburtstag. Doch es ist ein trauriges Jubiläum, denn in der Unentschlossenheit von Unionsparteien und SPD wurden die notwendigen Reformen in der geförderten Altersvorsorge aufgeschoben. Und wir erwartet, ziehen sich nun die ersten Anbieter aus dem Neugeschäft zurück.

          Philipp Krohn
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Am Donnerstag gab nun mit der Vermögensverwaltung DWS einer der größten Anbieter von Riester-Verträgen auf dem Markt bekannt, vom 1. Juli keine entsprechenden Fondsverträge mehr anzubieten. Die bestehenden Verpflichtungen dagegen wird sie weiterhin erfüllen.

          Die Entscheidung begründete Sebastian Mentel, Leiter Private Vorsorge und Vermögensaufbau, unmissverständlich mit der verschleppten Reform der Bundesregierung: „Wir haben wirklich alles für die Verbreitung der kapitalgedeckten Vorsorge in Deutschland getan“, ließ er sich in einer Mitteilung zitieren.

          Bundesregierung schaffte nicht die Pflicht zur Beitragsgarantie ab

          Doch weil die schwarz-rote Koalition entgegen ihrer Ankündigung im Koalitionsvertrag nicht die Pflicht zur Bruttobeitragsgarantie abschaffte, könne das Geld der Kunden nur noch in unattraktiven Geldanlagen investiert werden. „In unserer Funktion als Treuhänder für unsere Kundinnen und Kunden zwingt uns die unterlassene Reform der Riester-Gesetzgebung leider dazu, bis zu einer Änderung keine neuen Verträge mehr anzunehmen“, sagte Mentel.

          Die DWS zählt mit 665.000 Bestandskunden zu den großen Anbietern auf dem Riester-Markt. In den ersten Jahren lief das Modell auch gut, weil es reichte, einen Teil des Vermögens in sicherer Anleihen zu investieren, um die Garantie zu erfüllen. Je niedriger aber der Kapitalmarktzins fiel, desto weniger unterschied sich die Fondsanlage von der Kapitalanlage eines Versicherungsunternehmens.

          Riester-Verträge unterscheiden sich deshalb kaum mehr in ihren Anlageportfolien. Es ist das scheinbare Paradox eingetreten, dass wegen des Niedrigzinses ein immer größerer Teil des Kapitals in unattraktive festverzinsliche Wertpapiere investiert werden musste – und ein immer kleinerer Teil in das Produktivkapital der Volkswirtschaft. Das aber war eigentlich einmal Ziel der Riester-Reformen gewesen.

          Anbieter können für ihre Altersvorsorge-Kunden kaum noch in Aktien investieren

          „Es bleibt kein Spielraum für chancenreiche und substanzwertbasierte Aktienanlagen.“, schreibt die DWS in ihrer Mitteilung. Schon seit sechs Jahren habe sie sich dafür eingesetzt, die verpflichtende Bruttobeitragszusage zu kippen. Diese sieht vor, dass jeder eingezahlte Euro mindestens wieder für die Verrentung zu Beginn der Ruhestandsphase zur Verfügung stehen muss. Zunächst die Fondsgesellschaften, später dann aber auch die Versicherungsunternehmen, die auf dem Riester-Markt dominieren, haben sich für eine Reform eingesetzt.

          Doch auch durch das explizite Versprechen, eine einfache, standardisierte Altersvorsorge einzuführen, sahen sich die Regierungsparteien nicht verpflichtet, auf die Niedrigzinssituation zu reagieren. „Die Entscheidung das Neugeschäft einzustellen, ist daher nötig, um die Interessen zukünftiger Anlegergenerationen zu schützen“, schreibt die DWS.

          Unter den gegebenen Umständen lasse sich Riester nicht mehr vernünftig anbieten. Eine Reihe von Versicherern dürften dem Beispiel folgen, weil zum 1. Januar der Höchstrechnungszins in der Lebensversicherung auf ein Niveau fällt, auf dem eine Beitragsgarantie ohne Verluste unmöglich wird. Die DWS aber behält sich vor, den Neuvertriebsstopp zu prüfen, sobald eine notwendige Reform durch den Gesetzgeber auf dem Weg sei.

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