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Einschüchterungsversuche : DWS-Chef Wöhrmann weist Vorwürfe zurück

  • Aktualisiert am

Asoka Wöhrmann, Chef des Vermögensverwalters in der Frankfurter DWS Zentrale Bild: Wolfgang Eilmes

Der Chef der Fondsgesellschaft wird mit mehreren Vorwürfen konfrontiert und sogar bedroht. „Ich lasse mich aber nicht einschüchtern und von meiner Arbeit abhalten“, sagt er.

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          DWS-Chef Asoka Wöhrmann hat nach Berichten über angebliche Fehler bei der Unternehmensführung und im Zusammenhang mit nachhaltigen Investments alle Anschuldigungen zurückgewiesen. „Seit April vergangenen Jahres waren DWS und ich selbst Ziel von vielerlei Angriffen“, sagte Wöhrmann am Donnerstag bei der Online-Bilanzpressekonferenz der Deutschen-Bank-Tochterfirma. Diese Attacken zielten auf den Ruf der DWS sowie auf seine eigene Reputation und auch sein Wohlergehen ab. „Ich weise alle diese Vorwürfe und Unterstellungen ausdrücklich zurück“, betonte Wöhrmann. Sie sollten ihn offenkundig treffen. „Ich lasse mich aber nicht einschüchtern und von meiner Arbeit abhalten.“

          Die DWS war im vergangenen Jahr mit dem Vorwurf des „Greenwashings“ in die Schlagzeilen geraten. Hintergrund waren Anschuldigungen der ehemaligen Leiterin des Unternehmensbereichs Nachhaltigkeit, Desiree Fixler, der Vermögensverwalter sei zu lax mit Kriterien bei nachhaltigen Investments umgegangen. Die US-Börsenaufsicht und die deutsche Finanzaufsicht BaFin schalteten sich Insidern zufolge ein. Inzwischen hat das Arbeitsgericht Frankfurt die Klage Fixlers gegen ihre Kündigung zurückgewiesen. Wöhrmann begrüßte am Donnerstag die Entscheidung des Gerichts.

          Wöhrmann hatte in den vergangenen Monaten mehrere anonyme Drohbriefe mit zum Teil rassistischen Beleidigungen erhalten. Der Manager mit deutscher Staatsangehörigkeit wurde 1965 in Sri Lanka geboren. In den vergangenen Tagen kamen weitere Medienberichte auf, in denen Wöhrmann Fehlverhalten im Zusammenhang mit Standards der Unternehmensführung vorgeworfen wird. Diese hängen nicht mit den von DWS schon seit langem zurückgewiesenen Anschuldigungen rund um ESG-Investments zusammen.

          Gerade solche Anlageprodukte, die besonderen Ansprüchen an Umweltschutz, Sozialstandards und gute Unternehmensführung (ESG) genügen sollen, hatten zuletzt bei der DWS Hochkonjunktur. „Unsere Kunden haben gesprochen“, sagte Wöhrmann dazu. „Ihr Engagement trotz all dieser unbegründeten Anschuldigungen ist bemerkenswert.“ Es zeige das Vertrauen, das die DWS bei den Kunden genieße. ESG-Produkte machten im vergangenen Jahr 40 Prozent der gesamten Nettomittelzuflüsse von 47,7 Milliarden Euro aus, wie DWS mitteilte. Das Unternehmen fuhr 2021 einen Rekordgewinn von über einer Milliarde Euro ein. Die Fonds-Gesellschaft ist zu rund 80 Prozent im Besitz der Deutschen Bank, die nach einer Verlustserie für 2021 den zweiten Jahresgewinn in Folge auswies.

          Die im Kleinwerteindex S-Dax enthaltene DWS-Aktie war Ende August von einem Hoch von fast 42 Euro jäh abgestürzt, als erste Berichte aufkamen, dass die DWS im Zusammenhang mit ihren Nachhaltigkeits-Investments in den USA ins Visier der Ermittler geraten sei. Ganz erholt hat sich der Kurs seitdem nicht wieder und erhielt in den vergangenen Tagen einen neuen Dämpfer. Am Donnerstag waren die Papiere nach Vorlage der Bilanz aber gefragt, sie verteuerten sich um 1,2 Prozent auf 36,26 Euro.

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