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Dritte Glyphosat-Niederlage : Bayer-Aktionäre unbeeindruckt

Werner Baumann ist der Vorstandsvorsitzende der Bayer AG. Bild: EPA

Der Kurs des Pharma- und Agrarchemiekonzerns taucht nach dem verlorenen Berufungsverfahren nur kurz ab. Das könnte auch mit dem Unternehmenschef zusammenhängen.

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          Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat auch im dritten Berufungsverfahren zum glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmittel Roundup eine Niederlage kassiert. Ein Gericht in San Francisco hat das Urteil bestätigt, nach dem Bayer für die Krebserkrankung des amerikanischen Ehepaars Alva und Alberta Pilliod haften muss.

          Im Jahr 2019 war der Leverkusener Dax-Konzern zunächst zu Schadenersatz und einer Strafzahlung von insgesamt rund 2 Milliarden Dollar verurteilt worden. Die Summe, die vor allem durch den sogenannten Strafschadenersatz so hoch war – eine Besonderheit des amerikanischen Rechtssystems –, wurde von dem Gericht später auf rund 87 Millionen Dollar reduziert. Doch genauso wie bei den zwei zuvor verhandelten Berufungsprozessen blieb das Urteil jetzt im Grundsatz bestehen. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, dass Bayer die Entscheidung des Gerichts respektiere, aber nicht mit ihr einverstanden sei. Das Urteil sei nicht durch die Beweislage im Prozess oder geltendes Recht gedeckt. Der Konzern sondiere seine Optionen für eine abermalige Überprüfung des Falls.

          Bayer-Chef kauft eigene Aktien

          An der Börse sorgte die Nachricht aus der Nacht zum Dienstag zunächst für Ernüchterung, was den Kurs zeitweilig um gut ein Prozent ins Minus drückte. Im Tagesverlauf drehte der Aktienkurs des Dax-Konzerns allerdings ins Plus und schloss am Ende 0,6 Prozent fester. Am Mittwoch eröffnete sie wie der Gesamtmarkt unverändert. Das könnte auch damit zusammenhängen, dass am Dienstag ebenfalls mitgeteilt wurde, dass der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann im großen Stil eigene Aktien gekauft hat.

          Nachdem Bayer Anfang August Zahlen vorgelegt und dabei seine Prognose erhöht hatte, war der Kurs auf etwas über 46 Euro und damit den tiefsten Stand des Jahres gefallen. Den Pessimismus der Aktionäre teilt Baumann offenbar nicht: Am 6. August hat der Bayer-Chef 10.000 Aktien für insgesamt mehr als 474.000 Euro gekauft. Außerdem hat er weitere Call-Optionsscheine erworben. Erst Mitte Juni hatte Baumann für mehr als 1 Million Euro Aktien von Bayer gekauft, damals allerdings für jeweils gut 6 Euro mehr je Aktie.

          BAYER

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          Die abermalige Schlappe vor Gericht ändert an der grundsätzlichen Strategie des Unternehmens derweil nichts: Seit Kurzem wird in Kalifornien ein vierter Prozess rund um den Glyphosat-Streit verhandelt. Gleichzeitig versucht Bayer, über eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten zukünftige Urteile in niedrigeren Instanzen zu verhindern. Da ist jedoch noch nicht ausgemacht, ob der US-Supreme Court den Antrag des Unternehmens überhaupt annimmt – und falls er es tut, später im Sinne von Bayer urteilt. In vergangenen Fällen hatten die Geschworenen gesagt, dass sie die Fachleute der Kläger überzeugender fanden.

          Für den Fall, dass sich der Oberste Gerichtshof Amerikas mit dem Glyphosat-Verfahren nicht befasst oder gegen Bayer entscheidet, hat das Unternehmen zuletzt seine Rückstellung um 4,5 Milliarden Dollar erhöht. Schon zuvor hatte Bayer für den Umgang mit zukünftigen Klagen zu Glyphosat rund 2 Milliarden Dollar vorgehalten. In außergerichtlichen Vergleichen hat das Unternehmen zudem für 9,6 Milliarden Dollar 96.000 der insgesamt rund 125.000 Klagen beigelegt.

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