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Rendite auf Rekordtief : Vertrauensvorschuss für Draghi

Mario Draghi stößt als designierter Regierungschef Italiens auf die Gunst der Märkte. Bild: AP

In Deutschland erhitzt der frühere EZB-Präsident die Gemüter. Für Italiens Schuldenlast scheint er aber ein Segen zu sein.

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          Auch wenn der frühere Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) in Deutschland wegen seiner Negativzinspolitik einige hitzige Gemüter vor Wut schäumen lässt, auf seine Freunde an den Finanzmärkten kann sich Mario Draghi verlassen. Seitdem er sich darum kümmert, eine neue italienische Regierung zu bilden, fällt der Risikoaufschlag italienischer Staatsanleihen auf Rekordtiefs.

          Spötter mögen behaupten, dass die EZB dazu mit verstärkten Käufen mithilft. Dagegen sprechen die gleichzeitigen Kursverluste der Bundesanleihen, die ein Umschichten in italienische Titel vermuten lassen. Ohne Frage stünden Italiens Finanzierungskonditionen heute nicht dort, wenn es unter Draghi keine EZB-Käufe von Staatsanleihen über mehrere Billionen Euro gegeben hätte.

          Doch wenn die Finanzmärkte Draghi als designierten Regierungschef in Rom begrüßen, kann das auch daran liegen, dass mit ihm ein überzeugter Europäer das Ruder übernimmt. Das ist deutlich besser als der Eurogegner Matteo Salvini von der rechtsnationalistischen Lega. Draghi ist für seine neue Aufgabe viel Glück und Erfolg zu wünschen. Denn er muss die Europa-Feinde in die Schranken weisen.

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