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Dossier : Unternehmensanleihen - was dahinter steckt

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Anleiherenditen hängen an vielen Faktoren Bild:

Anleihen sind einfacher konstruiert als Aktien. Dennoch gibt es auch bei Anleihen viele Einflussfaktoren, die es zu beachten gilt.

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          Ein Marktsegment ist zuletzt an den europäischen Börsen groß in Mode gekommen: die Unternehmensanleihen. Dabei gehören Anleihen zu den klassischen Börsenpapieren.

          Der Überbegriff für alle Wertpapiere, die während ihrer gesamten Laufzeit einen unveränderlichen Zinssatz haben, ist festverzinsliche Wertpapiere. Bei diesen steht der Zinssatz von vorneherein fest und gilt für die ganze, ebenso festgelegte Laufzeit. So kennen Anleger außerdem genau den Fälligkeitstag, an dem sie ihr investiertes Kapital zurück erhalten.

          Anleihebesitzer sind Gläubiger, nicht Teilhaber

          Anders als die Teilhaber auf der Aktienseite sind Anleihenbesitzer Gläubiger, die dem Schuldner mit Kauf des Wertpapiers über den Kapitalmarkt ein gewisses monetäres Volumen zu Verfügung stellen. Sie verschaffen ihm damit ein Darlehen, das vom Gläubiger nicht kündbar ist, oder geben ihm für einen bestimmten Zeitraum einen Kredit.

          Noch mehr Basiswissen gibt es in Buchform

          Klassische Anleihen sind die Schuldverschreibungen der öffentlichen Hand. Aber immer häufiger gehen auch private Unternehmen, meist in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft, an den Finanzmarkt, um sich die für Investitionen nötige Liquidität zu verschaffen. Das sind dann Unternehmensanleihen, früher häufig als Industrieobligationen bezeichnet, heute oft auch Corporate (von Körperschaft) Bonds (bedeutet Anleihen) genannt. Gläubiger einer Unternehmensanleihe kann man ab 500 Euro bei jeder Bank oder Sparkasse werden.

          Anleihekurse unterliegen Schwankungen

          Warum legt man nun Geld in Anleihen an? Anleger investieren in Anleihen, um eine interessante Kapitalverzinsung zu erhalten. Börsengehandelte festverzinsliche Wertpapiere haben aber bei günstiger Entwicklung eventuell einen weiteren Renditetrumpf im Ärmel: nämlich Kursgewinne bei vorzeitigem Verkauf.

          Zum Verständnis: Bei Anleihen wird der Kurs in Prozent vom Nennwert ausgedrückt. Dieser entspricht 100 Prozent. Während der Laufzeit kann es zu Kursveränderungen nach unten und nach oben kommen. Viele konservative Privatanleger halten ihre Anleihen bis an das Ende der Laufzeit. Dann gehen sie bei guter Qualität des Schuldners kein Risiko ein. Sie bekommen ihr Kapital vollständig zurück. Allerdings kann man Festverzinsliche auch während der Laufzeit verkaufen. Und da Anleihen zwischenzeitlich einen Kursgewinn oder Kursverlust erzielen, der auch die Anleihenrendite stark beeinflusst, kann man hier gewinnen - oder verlieren.

          Auch Anleihen sind wie Aktien Kursschwankungen ausgesetzt, denn an der Börse entscheiden Anbieter und Nachfrager Tag für Tag aufs Neue, zu welchem Preis die Papiere ihre Besitzer wechseln. Zurückzuführen sind Kursbewegungen im wesentlichen auf Veränderungen beim Zinsniveau. Steigen die Zinsen, gibt der Kurs der Anleihe nach. Dagegen steigt der Kurs einer Anleihe, wenn die Zinsen fallen.

          Steuer beachten

          Für die Renditeberechnung hat das folgende Konsequenzen: Werden die Anleihen bis zum Laufzeitende gehalten und der Schuldner zahlt wie vereinbart den eingesetzten Betrag, dann enspricht die Rendite der Emissionsrendite. Kommt es dagegen zum vorzeitigen Verkauf, wird die Rendite beeinflusst von Nominalzins, Stückzinsen und Kursschwankungen.

          Zudem sollten Zinsanleger die Renditerechnung nie ohne den Fiskus machen. Denn seit Januar 1993 werden Zinsen auf Kapitalvermögen pauschal mit 30 Prozent Zinsabschlagsteuer belegt. Die Banken behalten die Steuer direkt ein und führen sie an das Finanzamt ab. Zusätzlich kommt seit 1995 auf die Zinsabschlagteuer noch der Solidaritätszuschlag. Allerdings erlaubt das Finanzamt, Zinseinnahmen bis in Höhe des Sparerfreibetrages von aktuell 1.601 Euro netto zu kassieren.

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