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Dossier : Steuertipps für Unternehmer und Freiberufler

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Selbständige brauchen Steuer-Fachwissen Bild:

Selbständige haben größere steuerliche Gestaltungsspielräume als Arbeitnehmer. Ihre Anwendung erklärt Teil 3 im Steuer-Dossier.

          Die Anlage GSE müssen alle Selbstständigen ausfüllen, auch wenn sie lediglich an einer Firma beteiligt oder nebenberuflich tätig sind. Auf dem Vordruck wird streng zwischen gewerblichen Einkünften, die auf der Seite 1 eingetragen werden, und den Einkünften aus freiberuflicher Tätigkeit (Seite 2) unterschieden.

          Im Gegensatz zu Arbeitnehmern haben Selbstständige einen größeren Gestaltungsspielraum bei der Steuergestaltung. Nachfolgend erklären wir die zehn wichtigsten davon:

          1. Dienstfahrten mit dem Privatwagen

          Selbstständige, die im vergangenen Jahr zahlreiche Dienstfahrten mit dem Privatwagen des Ehegatten oder der Kinder durchgeführt haben, dürfen sich von der Firma oder Praxis 58 Pfennig pro Kilometer steuerfrei auszahlen. Unbedingt detaillierte Kilometeraufstellung mit folgenden Angaben erstellen: Datum, Uhrzeit, Zielort, Anzahl der Kilometer, Zweck der Fahrt. Das Kilometergeld setzt die Firma als Steuern sparende Betriebsausgaben ab. Der Fahrer braucht die Aufwandsentschädigung nicht zu versteuern.

          2. Geschäftsreisen

          Viele Selbständige kennen das Problem: Wer das Nützliche mit dem Angenehmen verbindet, sprich eine Dienstreise mit einem privaten Aufenthalt verknüpft, kann die beruflich veranlassten Reisekosten nur in ganz besonderen Fällen steuermindernd absetzen. Grund: Das so genannte „Aufteilungsverbot, nach dem Kosten, die sowohl beruflich als auch privat veranlasst sind, nicht als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgesetzt werden können.

          Das Finanzgericht Köln hat sich jetzt in einer bahnbrechenden Entscheidung über dieses „steuerliche Grundgesetz“ hinweggesetzt (10 K 6288/96). Ein IT-Fachmann hatte an einer viertägigen Konferenz in den USA teilgenommen, hatte an den Aufenthalt aber noch drei Urlaubstage drangehängt. Die Finanzrichter erkannten 4/7 der Flugkosten sowie vier Übernachtungen steuermindernd an. Kleiner Pferdefuss: Das Finanzamt will sich mit dieser steuerzahlerfreundlichen Entscheidung nicht abfinden und hat beim Bundesfinanzhof (VI R 94/01) Einspruch eingelegt.

          Tipp: Betroffene sollten dennoch entsprechende Kosten in ihrer Steuererklärung geltend machen und gegen einen ablehnenden Steuerbescheid unter Hinweis auf das anhängige BFH-Verfahren Einspruch einlegen. Nur so sichern sie sich eine Steuererstattung, sollten die BFH-Richter das Urteil bestätigen.

          3. Ansparabschreibung

          Firmenchefs und Freiberufler, die 2001 bestens verdient haben, können ihren Gewinn auch jetzt noch durch eine “Luftbuchung“ kräftig drücken. Möglich macht dies eine Steuern sparende Rücklage (so genannte Ansparabschreibung) für geplante Investitionen. 40 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten (höchstens 300.000 Mark), welche die Firma in den nächsten zwei Jahren vorhat, dürfen in der Bilanz oder Einnahme-Überschuss-Rechnung als Rücklage gebucht werden. Zerschlägt sich die Investition, muss die Ansparrücklage spätestens nach zwei Jahren wieder gewinnerhöhend aufgelöst werden - plus sechs Prozent Strafsteuer pro Jahr. Ein Nachweis (Kostenvoranschlag) über die ins Auge gefasste Investition ist nicht notwendig!

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