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Nominierungen für die Fed : Trump greift die Notenbanker an

  • -Aktualisiert am

Kein Freund von Kritikern: Der amerikanische Präsident Donald Trump Bild: AFP

Donald Trump wird aller Voraussicht nach zwei enge Vertraute für das Direktorium der amerikanischen Notenbank Fed nominieren. Leider sind beide eher mittelmäßig, deshalb ist sein Vorhaben dreist und gefährlich.

          Man hat sich daran gewöhnt, dass Donald Trump versucht, die Welt nach seinem Bilde zu gestalten. Fakten, die dem amerikanischen Präsidenten nicht passen, zweifelt er an, und Institutionen, deren Politik ihm nicht gefällt, besetzt er kurzerhand mit Vertrauten. So geschehen beispielsweise bei der Weltbank, auf deren Chefposten er nun David Malpass hievte, einen bisherigen Staatssekretär im Finanzministerium und ausgewiesenen Kritiker der Weltbank. Für sich genommen, ist dies noch nicht außergewöhnlich – nahezu alle amerikanischen Präsidenten sind bei dem ein oder anderen Gremium ähnlich vorgegangen.

          Trump aber macht im Unterschied zu vielen seiner Vorgänger vor nichts halt. Seit einigen Tagen ist bekannt, dass er aller Voraussicht nach zwei enge Vertraute für das Direktorium der amerikanischen Notenbank Fed nominieren will. Die Fed ist nicht irgendein unwichtiges Beratergremium, sondern die einflussreichste Notenbank der Welt. Ihre Zinsentscheidungen beeinflussen nicht nur Amerika, sondern indirekt auch viele andere Staaten wie beispielsweise Schwellenländer, aus denen Investoren ihr Kapital häufig abziehen, wenn die Fed die Zinsen erhöht.

          Wegen dieser besonderen Verantwortung macht es Sorge, dass Trump nun zwei Herren für die Notenbank nominieren möchte, bei denen es sich nach allgemeiner Einschätzung um bestenfalls mittelmäßige Kenner der Materie zu handeln scheint. Der eine, Trump-Unterstützer Herman Cain, war lange als Unternehmer tätig, wirkte aber wenigstens eine Zeitlang für einen regionalen Ableger der Fed. Der andere, Trumps ehemaliger Wahlkampfberater Stephen Moore, hat sich in den Augen des Präsidenten wohl besonders dadurch hervorgetan, dass er über dessen Wirtschaftspolitik ein schwärmerisches Buch mit dem Titel „Trumponomics“ verfasst hat.

          Auch wenn beide noch nicht endgültig nominiert sind und auch wenn der Senat ihre Berufung noch ablehnen kann: Was Trump da vorhat, ist dreist und gefährlich. Der Präsident will im Vorfeld der Wahlen im nächsten Jahr mit allen Mitteln verhindern, dass die Notenbank ihre Geldpolitik verschärft. Weil sich der von Trump eingesetzte Notenbankchef Jerome Powell bislang nicht vollständig einnorden ließ, versucht Trump es jetzt auf die harte Tour. Aufs Spiel setzt er die Unabhängigkeit und das Ansehen der wichtigsten Notenbank der Welt.

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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