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Dollar dominiert : International hat der Euro noch zu kämpfen

Ein-Euro-Münze Bild: dpa

Die Krise könnte die Rolle des Dollars als Weltwährung sogar eher stärken. Chancen sieht die Europäische Zentralbank aber beim „grünen“ Finanzmarkt.

          3 Min.

          Der Euro bleibt international mit sehr großem Abstand die Nummer zwei der Währungen hinter dem Dollar. Im vergangenen Jahr konnte seine Bedeutung als Währungsreserve zwar leicht zulegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) spricht von einem Plus von 0,2 Prozentpunkten auf 20,5 Prozent für den Anteil der europäischen Gemeinschaftswährung an allen Währungsreserven der Welt. Gleichwohl verharre der internationale Einsatz des Euros insgesamt, gemessen an einem Index aus Bankeinlagen, Krediten, Anleihen und anderen internationalen Geschäften, seit einem starken Rückgang nach der Finanzkrise auf einem „historisch niedrigen Niveau“. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Notenbank am Dienstag veröffentlichte.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Corona-Krise könnte nach Einschätzung von Ökonomen die internationale Rolle des Euros aber eher noch weiter schwächen. „Diese Krise hat abermals demonstriert, dass der Dollar und die amerikanischen Kapitalmärkte aus Anlegersicht der ultimative sichere Hafen sind“, sagte Joachim Fels, wirtschaftlicher Berater des Anleiheinvestors Pimco: „Dagegen hat sie die Fragmentierung der Euro-Kapitalmärkte angesichts der fehlenden Fiskalunion und der unvollendeten Bankenunion noch weiter akzentuiert.“ Ähnlich äußerte sich Rolf Langhammer vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel: „Trotz Donald Trump vertrauen die Investoren in unruhigen Zeiten vor allem dem Dollar.“ Das könnte anders werden, wenn die Chinesen sich krisenbedingt von größeren Beständen an amerikanischen Staatsanleihen trennen sollten, meinte Langhammer. Dafür gebe es aber bislang keine Indizien – und er halte es auch nicht für das wahrscheinlichste Szenario.

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