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Aktienkurs sackt ab : Walt Disney verliert 23 Milliarden Euro Börsenwert an einem Tag

Mit hohen Verlusten im Markt: Streamingkanal Disney+ Bild: AP

Ist die beste Zeit für das Streaming schon wieder vorbei? Und lässt sich in dem harten Gerangel der Wettbewerber überhaupt noch Geld verdienen?

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          Die jüngsten Geschäftszahlen von Walt Disney geben den Börsianern nicht nur ernsthaft Anlass zur Sorge. Sie nehmen scharenweise Reißaus. Um satte 13 Prozent sackte der Aktienkurs des weltgrößten Unterhaltungskonzerns am Mittwoch ab. Das ist eine höchst ungewöhnliche Kursbewegung im altehrwürdigen amerikanischen Leitindex Dow Jones. Kursbewegungen die sonst eher von Tech-Konzernen bekannt sind, treffen nun Walt Disney hart. Von 182 Milliarden Dollar Börsenwert noch am Dienstag, bleiben am Mittwoch gerade noch 159 Milliarden Dollar übrig. 23 Milliarden Dollar sind binnen eines Handelstages futsch.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dabei hat Disney bei seinem Videodienst Disney+ die Zahl der Abos im dritten Quartal immerhin um 39 Prozent auf 164 Millionen gesteigert. Auch Hulu und ESPN+ legten deutlich zu. Damit zählte Disney über seine drei Streaming-Servies hinweg rund 235 Millionen Nutzer. Disneys Rivale Netflix hatte zum Quartalsende gut 223 Millionen. Allerdings sind die Zahlen nicht direkt vergleichbar, da Disneys Bilanz von Kombi-Deals profitiert, Bundles genannt. Und was die Börsianer unterm Strich besonders interessiert: Die Streaming-Sparte machte einen Quartalsverlust von 1,5 Milliarden Dollar. Die Hoffnung der Börsianer schwindet, zumal neben den Streaming-Diensten auch die in Corona-Zeiten ohnehin schon arg gebeutelten Erlebnisparks nun mit sinkenden Gewinnmargen zu kämpfen haben.

          Die Erwartungen der Wall Street hat Disney jedenfalls verfehlt, auch wenn der Umsatz um neun Prozent auf 20,2 Milliarden Dollar stieg. Der Quartalsgewinn stagnierte auf mageren 162 Millionen Dollar. Eine Zahl, die kaum einen Börsenwert von 159 Milliarden Dollar nach dem Kurssturz rechtfertigt.

          Auch Apple-Aktien unter Druck

          Die Disney-Zahlen mussten an einem insgesamt getrübten Marktumfeld verarbeitet werden. Der Dow Jones weitete im Handelsverlauf seine Verluste aus und lag am Mittwochabend rund 1,5 Prozent im Minus auf 32.670 Punkten. Die Tech-Werte im Nasdaq-100-Index verloren sogar 1,8 Prozent. Weitere Corona-Beschränkungen am größten chinesischen Fabrik-Standort für iPhones ließen den Apple-Aktienkurs um 3 Prozent fallen. Positiv nahmen die Börsianer indes die Sparmaßnahmen im Facebook-Konzern Meta auf. Die angekündigten 11.000 Entlassungen wurden mit 6 Prozent Kursplus belohnt.

          Die Aktienmärkte in Europa hatten überwiegend Kursverluste verbucht. Belastend wirkten auch hier der unklare Wahlausgang in den Vereinigten Staaten und steigende Corona-Zahlen in China. Der Dax gab um 0,2 Prozent auf 13.666 Punkte nach. Der Euro Stoxx 50 sank um 0,3 Prozent auf 3728 Punkte.

          Unter den Einzelwerten gehörte Adidas mit einem Plus von 3,7 Prozent abermals zu den größten Gewinnern. Zur Freude über den Chefwechsel gesellten sich am Mittwoch indes schwache Quartalszahlen. Der Gewinn wird für dieses Jahr auf 250 Millionen Euro taxiert, nachdem ursprünglich ein Anstieg von 1,5 Milliarden Euro (2021) auf 1,8 bis 1,9 Milliarden Euro (2022) anvisiert worden war. Jedoch sollen künftig 700 Millionen Euro Kosten gespart werden.

          Kursverluste von 7 Prozent setzte es für die Commerzbank. Der Ausblick für die nächsten Jahre geriet weniger optimistisch als erwartet, und die mBank in Polen belastet die Ergebnisse. Gewinner im M-Dax war mit plus 10 Prozent auf 32,20 Euro die Aktie von Vantage Towers. Die Finanzinvestoren GIP und KKR steigen beim Funkturmanbieter ein und bieten gemeinsam mit Großaktionär Vodafone den verbliebenen Aktionären 32 Euro je Aktie.

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