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Digitalversicherer expandiert : Getsafe verkauft Autopolicen

Die Gründer des digitalen Sachversicherers Getsafe aus Heidelberg: Marius Bläsing (links) und Christian Wiens Bild: Friedemann Hertrampf

Nach Haftpflicht, Hausrat und anderen einfachen Policen wagt sich das Insurtech an die Kfz-Versicherung. Auf die Unterstützung durch Vergleichsportale verzichtet das Unternehmen und setzt auf die enge Bindung zu bestehenden Kunden.

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          Wenn Versicherungsmanager früher über junge digitale Versicherer sprachen, zweifelten sie oft an deren Reife, aufwendige Autoversicherungen anzubieten. Inzwischen ist das nicht nur den konzerneigenen Insurtechs wie Friday von Basler oder Nexible von Ergo gelungen, sondern auch jungen Angreifern wie One oder Getsafe. Das letztgenannte Unternehmen bringt seine Policen ab sofort auf den Markt.

          Philipp Krohn
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          „Es ist ein sehr kompetitiver Markt“, sagte Geschäftsführer Christian Wiens der F.A.Z. „Wir werden aber nicht auf den Vergleichsportalen sein, weil wir glauben, dass wir eine so gute Kundenbindung und -interaktion haben, dass sie auch unsere Kfz-Police wollen.“ Mit seinen bisherigen Schadenversicherungen hat der Versicherer 140.000 häufig junge und Smartphone-affine Kunden gewonnen.

          An der Ausgestaltung der Versicherungen ist nichts Ungewöhnliches. Der Unterschied zu etablierten Versicherern ist die häufigere Interaktion mit Kunden über eine eigene App. Wie bei Wettbewerbern lässt sich der Schutz modular aufbauen, Schäden lassen sich mit Hilfe von Fotos und Videos melden, spezialisierte Dienstleister erledigen die Schadenabwicklung. Wenn sie wollen, können Kunden den Beitrag abhängig von ihrem Fahrstil gestalten, da sich die Telematikfunktion leicht mit der App kombinieren lassen soll.

          „Bei uns ist die Hemmschwelle nicht so groß, weil die Leute sowieso die App nutzen“, sagt Wiens. Anders als bislang wird nicht die Munich Re, sondern der Rückversicherer Swiss Re als Risikoträger in Erscheinung treten. Wiens plant Rabatte, wenn Fahrer schadenfrei bleiben, und ein tägliches Wechselrecht. „Die Hauptsorge in Kfz ist der Kundenwechsel, ihn wollen wir verhindern“, sagt er.

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