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Digitale Versicherungen : Deutsch-französische Insurtech-Ehe

Durch die Fusion mit Luko wird der deutsche Versicherer Coya künftig auch ein eigenes Handwerkernetz aufbauen. Bild: AFP

Der digitale Sachversicherer Coya startete einst mit hohen Erwartungen und dem Geld von Peter Thiels Investmentgesellschaft. Doch der deutsche Markt erwies sich als zäh. Nun sucht er sein Heil mit dem französischen Partner Luko.

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          Unter dem Namen Luko wird künftig ein fusioniertes Unternehmen aus Coya und dem französischen Digitalversicherer Luko am Markt aktiv sein. Luko ist auf Zusatzleistungen zur Hausratversicherung rund ums Haus (Handwerkerservice, Video-Prävention, Beratung zum Stromverbrauch) spezialisiert. Wer versucht, über die Internetseite coya.com auf Leistungen seines digitalen Sachversicherers zuzugreifen, wird automatisch auf die Seite de.luko.eu weitergeleitet. Die Geschichte des Berliner Unternehmens Coya geht nicht zu Ende, aber mit der von diesem Donnerstag an gültigen Fusion geht einer der eingeführten Name der Insurtech-Szene verloren.

          Philipp Krohn
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          „Der Zusammenschluss ermöglicht es Coya und Luko, Technologie, Talent und soziales Bewusstsein zu teilen, um die Zahl der Menschen, die ihr Zuhause sorgenfrei genießen können, drastisch zu erhöhen”, sagt Christian Miele, Partner bei Headline und einer der frühen Investoren in Coya.

          Andere Start-ups standen mehr im Rampenlicht

          Das Berliner Start-up, vor fünf Jahren von Andrew Shaw gegründet, stand öffentlich im Schatten der aggressiver auftretenden Wefox-Gruppe und der mit traditionellen Versicherern kooperierenden Element. Doch bei den Investoren ist Coya sehr beliebt. Zu ihnen zählt unter anderem der in den USA lebende Geldgeber Peter Thiel. Zudem gelang es Coya, gestandene Manager von etablierten Versicherern zu gewinnen. Jedoch bliebt Zahl der Versicherten in den Sparten Haftpflicht, Hausrat und Tierversicherung blieb mit 80.000 hinter den Erwartungen zurück.

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          Um eigenständig zu bleiben, müssen die Insurtechs einen hohen Aufwand betreiben. Wefox war lange Zeit ein Liebling der Investoren und hat sehr viel Kapital eingesammelt. Marktbeobachter meinen aber, das Unternehmen müsse bald auf einen Börsengang zusteuern, um weiterhin einen so viel in die Akquise neuer Kunden investieren zu können.

          Neodigital probiert in einer Kooperation mit der HUK-Coburg einen neuen Vertriebsweg aus. Der digitale Makler Clark hat durch den Einstieg der konzerneigenen Investitionsplattform der Allianz neue Möglichkeiten. Und nicht vergessen darf man die schon börsennotierte Deutsche Familienversicherung, die einige Jahre vor vielen digitalen Wettbewerbern auf dem Markt war und einen größeren Kundenstamm hat.

          Fusionspartner ergänzen sich

          Coya und Luko beschreiben ihre Fusion als folgerichtigen Schritt. Das deutsche Insurtech bringt die Technik für eine schnelle Vertragserstellung und Schadenbearbeitung mit, die Franzosen haben schon jetzt 200.000 Kunden und das Angebot von nützlichen Assistance-Dienstleistungen professionalisiert. Luko hat Büros in Paris und Madrid und kann durch die Fusion in den größten europäischen Versicherungsmarkt expandieren. Innerhalb eines Jahres wollen beide Partner von rund 300.000 auf eine Million Kunden kommen.

          Beiden sei zu eigen, dass sie Technik nutzten, um eine neue Kundenzufriedenheit zu erreichen, sagte Max Bachem, Geschäftsführer von Coya. „Wir freuen uns auf all die Innovationen, die wir den europäischen Verbrauchern in den kommenden Jahren bieten werden."

          Luko und Coya vertrauen darauf, mit einem Ökosystem-Ansatz erfolgreich zu werden. Seit etwa drei Jahren wird darüber in allen Vorstandsetagen gesprochen. Versicherer glauben, dass sie die Kundennähe und die Zahl der Kundeninteraktionen steigern können, wenn sie verwandte Leistungen im Paket anbieten – als Autoversicherer in der Mobilität, als Hausratversicherer rund um das Thema Handwerker, als Krankenversicherer zum Gesundheitsschutz.

          Ökosystem-Logik überzeugt Etablierte wie Neulinge

          Auch etablierte Häuser investieren in solche Ökosysteme. Der Axa-Konzern hat den Leitsatz „From Payer to Partner“ (vom Bezahler zum Partner des Kunden) geprägt. Insofern könnte es sich als günstig erweisen, in Luko einen Partner zu haben, der damit schon Erfahrungen sammeln konnte.

          Als digitale Versicherer mit automatisierten Prozessen arbeiten beide Unternehmen sehr schlank. Zusammen haben sie nur 200 Mitarbeiter. Durch die Fusion soll es aber möglich werden, stark in den Berliner Standort zu investieren. Coya wird als Risikoträger agieren, also neu gezeichnete Risiken auf die eigene Bilanz nehmen.

          So will die neue Luko-Gruppe dort mehr als 50 neue Mitarbeiter anbauen, die sich um die Betreuung deutscher Kunden kümmert. Dabei geht es um die schon bislang vorhandenen Funktionen im Schadenbereich, um den Kundendienst und den Vertrieb. Auch zusätzliche Entwickler sollen eingestellt werden.

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