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Onlinebanking : Worauf Kunden bei den neuen Bezahlregeln achten müssen

Die Bezahlregeln PSD2 betreffen viele Online-Banking-Nutzer in Deutschland. Bild: dpa

Einige Banken haben große Probleme mit der Umstellung auf die neuen Bezahlregeln PSD2. Doch auch manche Kunden sind nicht gut vorbereitet. Am Samstag ist der Stichtag.

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          Man kann nur hoffen, dass die eigentliche Umstellung auf die neue Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 geräuschloser ausfällt, als es die Postbank in dieser Woche hinbekommen hat. Sie hatte am Wochenende Wartungsarbeiten angekündigt, die zur Implementierung der neuen Login-Regeln für das Online-Banking dienen sollten. Zukünftig sollen sich Kunden regelmäßig mit zwei Faktoren anmelden, also zum Beispiel dem Passwort und einer eigens erstellten Transaktionsnummer. Offensichtlich haben einige Kunden die Aufforderungen ignoriert. Zusätzlich hatte die Bank aber noch mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen, und die Gewerkschaft Verdi bestreikte das Geldinstitut.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Kein guter Start für die Zahlungsdiensterichtlinie. Auch die DKB hatte zu kämpfen. Doch Panik ist nicht angesagt. Viele Banken wie die Deutsche Bank oder die Sparda Bank West haben die Umstellung vollkommen geräuschlos hinbekommen. Was kommt da aber auf die Kunden eigentlich zu?

          Grundsätzlich ist diese Richtlinie schon seit dem 13. Januar 2018 in nationales Recht umgesetzt, aber viele Vorgaben entfalten erst vom 14. September an ihre Wirkung. Grundsätzlich geht es um drei verschiedene Themengebiete, die viele Verbraucher betreffen werden, die ihre Bankgeschäfte teilweise online erledigen oder im Internet bezahlen. Dazu gehören die neuen Regeln für das Login zum Online-Banking, die nun vereinzelt Probleme gemacht haben. Dazu gehört aber auch die stärkere Kunden-Authentifizierung beim Bezahlen und die Schnittstelle, mit der Fintechs auf die Daten der Banken zugreifen können.

          Pin wird häufiger verlangt

          In den ersten beiden Fällen geht es darum, das Bezahlen für die Kunden sicherer zu machen und für die Anbieter einfacher. So müssen nun deutlich häufiger zwei Faktoren zum Login in das Online-Banking oder beim Bezahlen eingegeben werden. Diese zwei Faktoren speisen sich aus drei Bereichen: Wissen (etwa ein Passwort), Besitz (zum Beispiel der Kreditkarte) und Inhärenz, also zum Beispiel ein biometrisches Merkmal wie der Fingerabdruck.

          Der Nachteil von dem Gewinn an Sicherheit: Beim Bezahlen mit Karte wird häufiger die Pin eingegeben werden müssen, und auch beim Login in das Online-Banking wird demnächst häufiger noch eine Tan oder Ähnliches abgefragt werden müssen. Ob es dieses Mehr an Sicherheit überhaupt braucht, ist unter Fachleuten äußerst umstritten: Viele argumentieren, dass die gängigen Verfahren schon heute sehr sicher seien und die Umstellung nur Kundengängelung bedeuten würde.

          Die Bafin ist nachsichtig

          Die Schnittstelle für die Fintechs sollte dagegen ein Mehr an Service sowie Wettbewerb bringen: Nach Zustimmung des Kunden können sie über eine entsprechende Schnittstelle auf bestimmte Daten zugreifen und den Kunden eventuell bessere Angebote machen, als es die Banken könnten.

          Doch die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat dem Stichtag 14. September einiges an Schrecken genommen. Die Finanzaufseher stellten klar, dass sie vielen Schnittstellen nicht die Zustimmung gewähren konnten, weil sie den Wettbewerb eher einschränken würden. Daher geht hier vorerst alles weiter seinen gewohnten Gang. Die Regeln zur stärkeren Kundenauthentifizierung wurden stark aufgeweicht. Die Bafin kündigte an, es vorerst nicht zu beanstanden, wenn die Regeln nicht eingehalten werden. Der Grund: Viele, besonders kleinere Online-Händler, hätten bisher noch nicht umgestellt. Um Störungen zu verhindern, wurde daher diese Entscheidung getroffen, so die Finanzaufseher.

          Das einzig Relevante für die meisten Nutzer, was damit nun Gültigkeit für alle besitzt, sind die neuen Regeln zum Login. Wer jetzt noch nicht umgestiegen ist, sollte das schleunigst nachholen. Es gibt bereits Berichte, dass einzelne Tan-Generatoren Lieferzeiten von mehreren Tagen oder gar Wochen haben. Doch auch dann kann es meistens nicht sofort losgehen, da erst ein Aktivierungscode mit der Post versendet werden muss – das kann natürlich je nach Bank schon einmal fünf Tage dauern. Wer also noch nicht die neuen Regeln beim Login für das Online-Banking umsetzt, sollte sich sputen, um weiterhin Bankgeschäfte im Internet erledigen zu können.

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