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Werbeverbot für Bitcoin : Singapur verbietet Werbung für Bitcoin

Außenwerbung für Bitcoin wird es in Singapur nicht mehr geben. Bild: AFP

Singapur verbietet den Anbietern von Kryptowährungen die öffentliche Werbung. Sie verleite zu gefährlichen Spekulationen aufgrund der für die Digitalwährungen üblichen Kursschwankungen.

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          Der Finanzplatz Singapur versucht, die breite Öffentlichkeit vor den Risiken des Handels mit Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethe­reum zu schützen. Deren Herausgeber dürfen in Zukunft an öffentlichen Orten wie Straßen oder U-Bahnen, an Geldautomaten, aber auch in den Zeitungen und sozialen Medien nicht mehr für ihre Produkte werben. Dies hat die Notenbank des Stadtstaates angeordnet. Damit bleiben den Anbietern ihre eigenen Internetseiten und offiziellen Websites.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Hinter der Einschränkung steht der Blick auf die starken Kursschwankungen: Allein der Bitcoin hat seinen Wert zwischen Juli und November vergangenen Jahres auf dann 67.554 Dollar mehr als verdoppelt. Seitdem aber hat er um 37 Prozent auf 42.764 Dollar nachgegeben. Gerade für Spekulanten, die ihre Käufe mit Krediten finanzieren und damit quasi auf einen Anstieg wetten, ist das brandgefährlich. „MAS unterstützt nachdrücklich die Entwicklung der Blockchain-Technologie und die innovative Anwendung von Kryptowährungen in wertschöpfenden Anwendungen. Der Handel mit Kryptowährungen ist jedoch hoch riskant und für die breite Öffentlichkeit nicht geeignet“, stellte Loo Siew Yee, stellvertretende Geschäftsführerin der Zentralbank, fest. Deshalb sollten die Anbieter von Digitalwährungen die Risiken des Handels mit ihnen nicht trivialisiert darstellen.

          Im Stadtstaat ist es jüngst zu einer Welle digitaler Angriffe auf die über das Internet verwalteten Konten von Privatleuten gekommen. Doch weigert sich etwa auch die staatliche Bank DBS Group mit kurzen Formbriefen, fünfstellige Verluste zu ersetzen. Das sorgt für Unmut bei den Bürgern, die praktisch in die digitalen Konten gezwungen werden.

          Bislang hat die Notenbank vier von rund 180 Bewerbern um eine Lizenz für Kryptowährungen stattgegeben. Das Quartett umfasst das lokale Fintech Fomo Pay, die australische Börse für Kryptowährungen Independent Reserve, den Brokerage-Arm der lokalen Bank DBS Vickers und den in Singapur ansässigen Zahlungsdienstleister Triple A. Von den Firmen verlangt die Notenbank, dass sie „sich in dem Bewusstsein verhalten, dass der Handel mit Digitalwährungen nicht für die breite Öffentlichkeit geeignet ist“.

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