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Neue Methode : So soll Whatsapp Kunden beim Bezahlen helfen

  • -Aktualisiert am

Whatsapp ist auf geschätzt 90 Prozent der in Deutschland genutzten Smartphones installiert Bild: dpa

Das Frankfurter Start-up Lyra will digitale Zahlungen über den Kurznachrichtendienst von Facebook anstoßen und mit dieser Dienstleistung kräftig wachsen.

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          Der Markt für Bezahlmethoden wird um eine Variante reicher. So nutzt das Frankfurter Start-up Lyra das populäre Kurznachrichtennetzwerk Whatsapp, um Zahlungen etwa per Kreditkarte anzustoßen. Die App des amerikanischen Internetkonzerns Facebook ist laut Lyra auf etwa 90 Prozent der Smartphones installiert. Daher könnte sich die Methode schnell verbreiten, falls die Nutzer sie bequem finden. Zudem muss Lyra erst genug Händler überzeugen, die neue Bezahlmethode ihren Kunden anzubieten. „Wir sind das einzige Unternehmen, das Whatsapp nutzt, um Zahlungen anzustoßen“, sagt Rainer Zettl, Geschäftsführer von Lyra Deutschland.

          Whatsapp führt die Zahlungen nicht durch, sondern dient nur der Kommunikation, um die Transaktionen einzuleiten. Die Ähnlichkeit des Namens Lyra mit der von Facebook geplanten Digitalwährung Libra ist daher Zufall. Beides hat nichts miteinander zu tun. Lyra verdient an den Gebühren der Händler, die den Dienst nutzen. Der Standardpreis liegt bei 2,9 Prozent des Umsatzes.

          Das Frankfurter Jungunternehmen gehört zum im Jahr 2001 gegründeten französischen Zahlungsdienstleister Lyra Network. Seine neue Methode funktioniert so: Ein bei Lyra angeschlossener Ladenbesitzer oder Lieferant schickt seinem Kunden beim Einkauf oder während der Lieferung eine Nachricht über Whatsapp.

          Dazu braucht der Händler die Handynummer des Käufers. In der Kurznachricht findet der Kunde den zu zahlenden Betrag, dessen Währung und einen Link, der ihn auf die Plattform von Lyra im Internet führt. Dort kann er wählen, ob er mit einer Kreditkarte von Visa oder Mastercard oder mit einer anderen Methode wie Google Pay zahlen möchte. Für iPhone-Nutzer ist auch Apple Pay möglich. Bestätigt der Kunde die Zahlung auf seinem Smartphone, schickt Lyra dem Händler über Whatsapp eine Bestätigung und dem Kunden eine Quittung.

          Das geht so schnell, dass auch ein Pizzabote die Methode nutzen kann, wenn er Bestellungen an der Haustür abliefert. Der Bote muss keinen mobilen Kartenleser dabeihaben, er braucht nur ein Smartphone. Der Verzicht auf Kartenleser könnte aus Sicht von Lieferdiensten und Handwerkern attraktiv sein, die keine Kassensysteme betreiben, sondern sich unterwegs und vor Ort vom Kunden bezahlen lassen. „Wir können bis zu 200 Bezahlmethoden einbinden“, sagt Lyra-Geschäftsführer Zettl.

          Die Girocard deutscher Banken ist dabei noch nicht für rein digitale Zahlungen geeignet und bisher noch auf Kartenleser angewiesen. In Deutschland und Österreich gibt es laut Lyra jedoch bereits digitale Bankkarten. Damit ausgestattete Kunden könnten dank der Standards Maestro oder Wepay direkt über ihr Bankkonto mit Libra zahlen.

          Der Markt für Bezahlmethoden ist hart umkämpft. Großkonzerne wie Google oder Apple konkurrieren mit klassischen Banken sowie mit kleinen Start-ups um die Gunst der Nutzer. Lyra führt seit Mai nach eigenen Angaben weit fortgeschrittene Gespräche und Verhandlungen mit Händlern, damit diese die Chat-Funktion von Whatsapp nutzen, um Zahlungen anzustoßen.

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