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Kartenzahlung : Die Unterschrift stirbt aus

Es wird immer seltener mit Unterschrift bezahlt. Bild: dpa

Lange konkurrierten Pin und Unterschrift an der Kasse, weil sich Banken und Einzelhandel uneins waren. Damit ist bald Schluss – das ist jedoch nicht unbedingt ein Vorteil für den Kunden.

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          Wer in den vergangenen Monaten aufmerksam an der Tankstelle oder im Supermarkt an der Kasse stand, dem dürfte es schon aufgefallen sein: Immer mehr Leute zahlen tendenziell mit Karte. Und von denen, die mit Karte zahlen, geben die meisten eine Pin ein und unterschreiben nicht mehr. Das ist ein Trend, der sich fortsetzen wird. Denn die Variante mit Unterschrift wird in den nächsten Jahren wohl komplett vom Markt verschwinden. Im Vorjahr dürfte besonders der Rückzug von Rewe und Aral vom elektronischen Lastschriftverfahren (ELV) einen großen Anteil daran getragen haben. So ist der Umsatz im ELV von 78,3 Milliarden Euro im Jahr 2017 auf 63,6 Milliarden Euro im Jahr 2018 gesunken. Das entspricht einem Minus von 18,8 Prozent, wie die Unternehmensberatung Paysis Consultancy in ihrer vorläufigen Hochrechnung zur Kartenmarktstatistik mitteilte. Damit erfolgte nur noch jede vierte Zahlung mit der Girocard mit Unterschrift.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Warum ist das so? Auf dem Bezahlmarkt ist seit einiger Zeit viel in Bewegung. Ursprünglich wurde das ELV entwickelt, um die Dominanz der Banken auf dem Markt zu brechen. Das Verfahren mit der Pin-Eingabe ließen sich die Geldinstitute vom Handel fürstlich bezahlen. Lange Zeit galt: Für jede durch Pin autorisierte Zahlung werden 0,3 Prozent vom Umsatz fällig und immer mindestens 8 Cent. Bei Milliardenumsätzen im Handel kommen da schnell einige Millionen für die Banken zusammen.

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