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Überweisen in Sekunden : EZB startet neuen Sofortzahlungsdienst

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Die Europäische Zentralbank will alteingesessenen Zahlungsdienstleistern sowie neuen Bezahldiensten Konkurrenz machen. Bild: dpa

Die Europäische Zentralbank (EZB) will mit einem neuen Bezahldienst die sekundenschnelle Überweisung von einem Land ins andere möglich machen. Der Transfer in Zentralbankgeld beschleunige den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr enorm.

          Die Europäische Zentralbank (EZB) startet am Freitag einen Dienst, mit dem Bankkunden rund um die Uhr und das ganze Jahr über in Sekundenschnelle Geld von einem Land ins andere überweisen können. Mit dem TIPS (Target Instant Payment Settlement) genannten Service will die EZB alteingesessenen Zahlungsdienstleistern wie Visa oder Mastercard sowie neuen Bezahldiensten wie Google Pay oder Apple Pay Konkurrenz machen.

          Zwar gibt es schon einige Angebote auf nationaler und europäischer Ebene wie beispielsweise Paylib in Frankreich oder RT1 von der Euro Banking Association (EBA) mit Sitz in Paris. Diese seien aber meist national begrenzt oder hätten sich nicht durchgesetzt, sagte der für TIPS zuständige EZB-Generaldirektor Marc Bayle de Jessé.

          „Der größte Unterschied zu existierenden Zahlungslösungen ist, dass TIPS sofort in Zentralbankgeld überweist“, sagt er. Das beschleunige den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr enorm, weil es viele Zwischenstationen überflüssig macht. Die Geschäftspartner haben dadurch auch nicht mehr das Risiko, dass die Zahlung nicht gedeckt sein könnte.

          System auch für Fintechs offen

          Acht Banken sollen zum Beginn dabei sein. Prinzipiell können alle Banken und Zahlungsdienste mitmachen, die schon ein Konto bei der EZB haben. Andere Dienste ohne Konto sollen sich wiederum über teilnehmende Banken anschließen können. So ist das System auch für Fintechs offen. Die Zentralbank winkt mit sehr niedrigen Gebühren: In den ersten beiden Jahren soll jede Transaktion pauschal nur 0,2 Cent kosten.

          Wie viel die Banken ihren Kunden - also Händlern und Endverbrauchern - für den neuen Dienst berechnen, können sie selber festlegen. Bayle de Jessé erwartet, dass dadurch die Preise fürs Bezahlen generell deutlich unter das Niveau der heutigen Kosten fallen werden. Die liegen für Einzelhändler bei Girokarten bei bis zu 0,2 Prozent des Einkaufswerts; bei Kreditkarten sind es bis zu 0,3 Prozent. Bei 100 Euro Einkaufswert sind das also 20 bis 30 Cent.

          Einer EZB-Prognose zufolge könnten in der Eurozone könnten binnen fünf Jahren täglich etwa zehn Millionen Sofortzahlungen geleistet werden, was etwa einem Zehntel der täglichen Transaktionen mit allen Arten von Zahlungskarten entspricht. Und auch wenn TIPS zunächst nur als Service für die Eurozone startet, wäre es laut EZB kein Problem, auch andere Währungen zu integrieren.

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