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Einführung der EC-Karte : „Es war eine regelrechte Schlacht“

Heute selbstverständlich: Millionen Menschen in Deutschland zahlen täglich mit EC-Karte. Bild: dpa

Der frühere Deutsche-Bank-Vorstand Ulrich Weiss hat die EC-Karte miterfunden. Im Interview erzählt er, wie es dazu kam, was für Schwierigkeiten es gab – und warum er heute noch klassische Schecks benutzt.

          4 Min.

          Herr Weiss, Kartenzahlungen sind so beliebt wie nie: 2019 haben die Deutschen erstmals mehr mit Karte gezahlt als in bar. Wie finden Sie das?

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Es überrascht mich nicht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass solche Entwicklungen häufig asymptotisch verlaufen: Am Anfang ist die Kurve noch relativ flach, doch irgendwann schießt sie steil nach oben.

          In gewisser Weise haben Sie selbst dazu beigetragen. Vor 50 Jahren haben Sie die EC-Karte mitentwickelt. Wie kam es dazu?

          Das ist eine spannende Geschichte. Angefangen hat alles bereits zehn Jahre vorher, im Jahr 1959. Ich war damals 22 Jahre alt und arbeitete in den Semesterferien für die Deutsche Bank. In Deutschland war die Zeit des Wirtschaftswunders, es entstand ein gewisser Wohlstand. Die Menschen wollten sich wieder etwas leisten. Darum führten wir damals den sogenannten persönlichen Kleinkredit ein, bankintern „PKK“ genannt. Dies waren Bardarlehen zu niedrigeren Zinsen, mit denen auch Normalverdiener beispielsweise beim Erwerb von Möbeln oder Autos als Barkäufer auftreten konnten.

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