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NFT und gelangweilte Affen : Der Club der Superstars

NFT der „Bored Ape Yacht“-Kollektion Bild: Reuters

Das US-Fintech Moonpay ermöglicht das Bezahlen von NFT mit Kreditkarte – und nicht wie sonst üblich mit Ether. Zu den Investoren gehören Justin Bieber und Gwyneth Paltrow.

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          Die Kryptoszene hat sich schon längst von ihrem schmuddeligen Image verabschiedet – auch wenn Betrug und Geldwäsche noch zuhauf mit digitalen Währungen betrieben werden. Ein neuer Trend, der wie Bitcoin auf der Blockchain-Technologie beruht, ist dagegen direkt in den schillernden Kreis der Superstars katapultiert worden – sogenannte NFT. Die Abkürzung steht für Non-Fungible Token.

          Antonia Mannweiler
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Das sind einfach ausgedrückt einzigartige digitalisierte Vermögensgegenstände. Während ein 10-Euro-Schein fungibel – also mit jedem anderen 10-Euro-Schein austauschbar – ist, sind die NFT gewissermaßen Unikate. Mithilfe der Blockchain-Technologie lassen sich in der digitalen Welt Eigentumsrechte genau klären und können Fälschungen verhindert werden.

          Ein populärer Anwendungsbereich der NFT ist der Kunstmarkt. Erst im vergangenen Jahr wurde im Auktionshaus Christie’s das digitale Kunstwerk „Everydays – The First 5000 Days“ für eine Rekordsumme von 69 Millionen Dollar versteigert. In der Welt der Schönen und Reichen sind einige NFT aber auch das Eintrittsticket für besonders exklusive und elitäre Clubs. Der „Bored Ape Yacht Club“ (BAYC) ist einer davon. Um darin Mitglied zu werden, müssen Interessenten NFT der Firma Yuga Labs in Form eines digitalen Affen erwerben. Wer etwa auf die von BAYC organisierten exklusiven Partys will, muss nachweisen, solch einen NFT-Affen zu besitzen.

          Teure Bilder

          Die Grafik-Comic-Schimpansen, von denen es nur 10.000 gibt, werden individuell gestaltet und tragen mal eine Sonnenbrille, mal eine Augenbinde. Sotheby’s versteigerte im vergangenen Oktober einen „Bored Ape“ für stolze 3,4 Millionen Dollar. Viele Promis wie der Rapper Eminem, der Tennisstar Serena Williams und die Sängerin Madonna sind Mitglieder des Bored Ape Yacht Clubs. Einige Stars hatten ihre Profilbilder in den sozialen Medien gar mit denen des Comic-Affen ersetzt und den Hype weiter befeuert.

          Um NFT wie die von Yuga Labs zu erwerben, zahlen die Interessenten in den allermeisten Fällen in der Kryptowährung Ether. Das Start-up Moonpay bietet die Möglichkeit, solche NFT auch ohne den Erwerb von Ether zu kaufen. Stattdessen erwirbt Moonpay die für den NFT-Kauf notwendigen Digitalwährungen und stellt den Betrag dem Nutzer dann etwa in Dollar in Rechnung. Über Moonpay können Kunden also digitalisierte Kunstwerke, Musik oder andere NFT mit Kredit- oder Debitkarten zahlen, aber auch mit Apple-, Google- und Samsung-Pay.

          Kryptohandelsplattformen wie Coinbase und der NFT-Marktplatz Open Sea arbeiten schon mit Moonpay zusammen, darüber hinaus bestehen zu mehr als 260 weiteren Unternehmen Partnerschaften. Eigenen Angaben zufolge hätten knapp 10 Millionen Kunden nahezu 3 Milliarden Dollar an Transaktionen über Moonpay abgewickelt. Das Unternehmen wirbt mit dem Slogan: „NFT kaufen war hart. Bis jetzt.“ In der Tonight Show nannte der US-Talkmaster Jimmy Fallon Moonpay sogar die Kryptoversion von Paypal. Er habe darüber seinen ersten NFT überhaupt gekauft – natürlich einen Affen.

          Moonpay 3,4 Milliarden Dollar wert

          Die Exklusivität und der Hype erklären auch das gestiegene Investoreninteresse. Das Krypto-Start-up Moonpay hatte Ende vergangenen Jahres in einer Finanzierungsrunde 555 Millionen Dollar eingesammelt und wird aktuell mit 3,4 Milliarden Dollar bewertet.

          In einer am Mittwoch veröffentlichen Pressemitteilung hat das Unternehmen nun bekannt gegeben, dass nahezu 16 Prozent der Einnahmen von Prominenten stammen. Mehr als 60 Celebrities, darunter Musiker und Schauspieler, hätten 87 Millionen Dollar in das Start-up gesteckt. Dazu zählten Justin Bieber und Gwyneth Paltrow, die auch Mitglied im Bored Ape Yacht Club sind. Aber auch Bruce Willis, Paris Hilton, Post Malone, Ashton Kutcher, Kate Hudson, Shawn Mendes und Steve Aoki haben Kapital beigesteuert. Die lange Liste der Investoren beinhaltet aber nicht nur Celebrities, sondern auch große Tech-Investoren wie die Venture-Capital-Gesellschaften Tiger Global Management und Coatue Management.

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