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Maestro-Aus : Die Banken müssen aufwachen!

  • -Aktualisiert am

Das Mastercard-Logo könnte bald auf deutlich mehr Karten prangen. Bild: REUTERS

Maestro wird bald Geschichte sein. Wenn die Banken nun nicht reagieren, fällt eine wichtige Infrastruktur der Zukunft komplett an die Amerikaner.

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          In der Branche war es lange ein offenes Geheimnis. Mastercard und Visa wollen ihre eigenen Debit- und Kreditkarten durchsetzen. Der Kampf tobt schon länger, doch bisher waren es nur kleine Scharmützel. Nun wird allerdings die härteste Option gezogen. Mastercard beerdigt die internationale Einsetzbarkeit der Debitkarten, in Deutschland wie auch in Europa und der ganzen Welt. Das ist die berühmte Pistole auf der Brust: Entweder ihr nehmt eine Debit- oder Kreditkarte von uns, oder ihr könnt schauen, wo ihr bleibt.

          Jetzt heißt es Farbe bekennen. Wollen die Europäer wirklich die gesamte Zahlungsinfrastruktur in die Hände zweier amerikanischer Kreditkartenunternehmen geben? Im Extremfall kann das zum Beispiel heißen, dass infolge von Sanktionen hiesige Karten nicht mehr international einsatzfähig wären. Das muss nicht sein. Zum einen hat Europa schon gezeigt, dass es mit den alten ec-Karten durchaus internationale Zahlungsinfrastruktur beherrschen kann. Zum anderen wurde auch genau dafür die European Payments Initiative (EPI) gegründet, in der sich zahlreiche Banken befinden. Sie soll ein Gegengewicht bilden zu den amerikanischen Bezahlgiganten, seien es die Kreditkartenanbieter, PayPal oder auch Google Pay oder Apple Pay. Das wird Europa zwar Milliardenbeträge kosten.

          Doch wenn die Banken jetzt nicht einschreiten, werden alle Bezahlungen nur noch mit US-Dienstleistern abgewickelt. Diese Abhängigkeit kann gefährlich werden und viel Geld kosten – die Nutzer wie die Banken.

          Franz Nestler
          Redakteur in der Wirtschaft.

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