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Krypto-Anlagen : Zu früh für einen Abgesang

Die fetten Wochen sind vorbei: Der Bitcoin-Kurs erreicht immer wieder neue Tiefpunkte seit der Wertexplosion im Herbst 2017. Bild: dpa

Die Kurse der Krypto-Anlagen wie Bitcoin oder Ether fallen am Donnerstag - einmal mehr aufgrund schlechter Nachrichten. Doch das Ende ist das noch lange nicht.

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          Wenn eine Anlageklasse unter Druck steht, geht man für gewöhnlich davon aus, dass es sich um ein vorübergehendes Phänomen handelt. Das stimmt nicht immer. Manchmal verschwindet sie auch aus dem Fokus der meisten Investoren und Medien, bisweilen in die Bedeutungslosigkeit.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dies ist derzeit die Frage, die sich hinsichtlich der Kryptoanlagen stellt. Die so genannten Währungen, denen einiges von dem fehlt, was eine Währung ausmacht, stehen massiv unter Druck. Der Kurs von Bitcoin ist seit Donnerstagmittag um 13 Prozent auf 6405 Dollar gefallen. Kein neues Jahrestief, und so kann man es auch positiv sehen, dass Bitcoin damit weiter eine Bodenbildung im Bereich von 6000 Dollar zeigt. Sollte die Marke aber gebrochen werden, sind weitere Kursverluste wahrscheinlich. Auch andere Kryptoanlagen wie Ether, XRP oder Eos stehen unter Druck.

          BTC/USD

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          Starke Preisschwankungen sind bei Digitalanlagen üblich, und die Anleger hatten einiges zu verdauen. Als Grund wird etwa genannt, dass die Investmentbank Goldman Sachs Pläne auf Eis gelegt habe, in den Handel einzusteigen. Eine Menge Privatanleger hätten auf Goldman Sachs gehofft, sagte Stephen Innes, der für den Broker Oanda den Handel im Bereich Asien-Pazifik leitet, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Diese Nachricht sei sehr negativ hinsichtlich der Liquidität der Anlagen.

          Noch härter trifft die Anleger, dass die Plattform Shapeshift künftig von ihren Nutzern persönliche Informationen einholen wird. Shapeshift gilt als bekannteste Plattform für Peer-to-Peer-Trading, was eher der ursprünglichen Bitcoin-Idee entspricht als zentralisierte Börsen. Für den Vorstandsvorsitzenden Erik Voorhees ist das aber nicht das Ende. Digitale Vermögenswerte und ein digitales Finanzwesen würden den Planeten einmal dominieren.

          Regulierer wollen nichts vernichten

          Nichtsdestoweniger sehen einige Kryptofans darin ein Sich-Beugen vor den Regulierern. Voorhees nennt die Maßnahme vorausschauend, um Risiken auch einer sich stets verändernden rechtlichen Grauzone zu begrenzen. Die künftige Pflicht zur Mitgliedschaft klassifizierte Voorhees selbst als lästig.

          Shapeshift stünde nicht über dem Gesetz, sagt Katherine Wu, Leiterin der Geschäftsentwicklung bei der Kryptoforschungsfirma Messari. Die Regulierer versuchten nicht Kryptoanlagen zu beseitigen, doch ihre Aufgabe sei der Anlegerschutz. Derzeit gebe es ein Missverhältnis zwischen einer sich dynamisch entwickelnden Industrie und langsamen Gesetzgebungsprozessen.

          Hohe Risiken für den, der will

          Insofern ist es für einen Abgesang auf Krypto-Anlagen noch zu früh. Tatsache ist, dass diese bislang einen sehr beschränkten praktischen Nutzen haben. Es sind im Grunde also keine Vermögenswerte, die hier gehandelt werden, noch weniger Währungen. Vielmehr handelt es sich um Optionen auf eine zukünftige technische Entwicklung der Finanzindustrie, vergleichbar mit einem Derivatehandel auf Start-ups.

          Das zeigt, in welchem Risikobereich Digitalanlagen einzuordnen sind und es erklärt auch die starken Kursschwankungen. Denn es ist ja nicht so, dass Bitcoin immer nur stark falle. Am 16. Juli etwa stieg der Kurs mehr als 8 Prozent, am 11. April gar um mehr als 13 Prozent. Wer also mit Digitalanlagen handelt, kann damit auch Geld verdienen, sogar viel in kurzer Zeit. Erfahrungen aus dem Derivatehandel, etwa mit CfDs, zeigen allerdings, dass die Mehrheit der Privatanleger auf Dauer damit eher Verluste macht.

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