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Binance : Die Skandalnudel unter den Kryptohandelsplätzen

An der Seriosität von Binance gibt es immer öfter Zweifel. Bild: Reuters

Die Kryptobörse sieht sich mit vielen Vorwürfen in Großbritannien konfrontiert. Nun warnt auch die britische Finanzaufsicht, dass Binance ein beträchtliches Risiko für Verbraucher darstelle.

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          Die schlechten Nachrichten um die Kryptobörse Bi­nance reißen einfach nicht ab. Das Unternehmen ist in aller Welt  tätig und gilt als einer der größten Handelsplätze für Digitalwährungen – allerdings auch als einer der undurchschaubarsten. Das neueste Indiz liefert dafür die britische Finanzaufsicht FCA. Sie schätzt ein, dass man dieses Firmenkonstrukt rund um Binance nicht ordnungsgemäß überwachen kann.

          Franz Nestler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Daher stelle die Plattform ein beträchtliches Risiko für Verbraucher dar, heißt es in am Mittwoch veröffentlichten Dokumenten. Zudem wurden die Antworten von Binance auf zwei Anfragen der Behörde im Hinblick auf das Geschäftsmodell und digitale Versionen von Anteilsscheinen  von der FCA als Weigerung zur Informationsherausgabe aufgefasst. Der Nachrichtenagentur Reuters sagte ein Sprecher von Binance dagegen, man kooperiere mit der Behörde und wolle  eine Richtlinie entwickeln, die Konsumenten schütze. Schon  im Juni hatte die FCA der Tochtergesellschaft Binance Markets untersagt, Aktivitäten zu betreiben, die der Marktregulierung unterliegen (F.A.Z. vom 29. Juni). Eine Begründung folgte damals nicht. Auch die britischen Großbanken HSBC und Barclays haben Zahlungen von Kunden an Binance unterbunden.

          Binance gilt schon längere Zeit als zuverlässiger Fabrikant von Skandalen: Anfang der Woche etwa kamen Manipulationsvorwürfe auf. Ein angeblicher ehemaliger Big-Data-Ingenieur der Börse behauptete, dass Binance einen Überblick über das Liquiditätsniveau habe und beeinflusse den Kurs  „mit der Absicht, daraus  Profit zu schlagen“.

          Doch auch in Deutschland geriet das Unternehmen  in das Visier der Aufseher: Die BaFin wirft den Betreibern der deutschen Plattform eine Verletzung der Pro­spektpflicht vor. Das kann teuer werden: Das Vergehen kann mit einer  Geldbuße von bis zu fünf Millionen Euro oder alternativ drei Prozent des Gesamtumsatzes des letzten Geschäftsjahres geahndet werden. Die Betreiber wehren sich aber dagegen und sprechen von einem Missverständnis.

          Doch die Summe an Missverständnissen macht misstrauisch. In den Vereinigten Staaten etwa wurden im Herbst vergangenen Jahres Dokumente veröffentlicht,  aus denen hervorgeht, dass Binance eigens eine komplexe Unternehmensstruktur geschaffen habe, um die amerikanischen Aufsichtsbehörden zu täuschen. Im Streit über die neue Ausrichtung trat kürzlich der Chef des amerikanischen Binance-Ablegers zurück. Auch sonst wirkt das komplexe Geflecht des Unternehmens mit Sitzen in den Steuerparadiesen Cayman-Inseln und  Seychellen nicht gerade vertrauenerweckend.

          Die ganzen Geschichten wecken ungute Erinnerungen an die einst weltgrößte Börse Mt. Gox. Diese war die erste globale Handelsbörse für Digitalwährungen gewesen und scheiterte spektakulär,. Seinerzeit verschwanden 650 000 Bitcoin – im Gegenwert von heute mehr als 30 Milliarden Dollar.  Damals hieß es auch, Mt. Gox sei gehackt worden, doch es war wohl ein Insider, der das Geld stahl.

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