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Digitalvermögen im Visier : Sind Krypto-Anlagen potentiell ein Herd für eine Finanzkrise?

Trotz Kopplung an das Gold: Stablecoins bieten wohl nur vermeintlich Stabilität. Bild: Julia Zimmermann

Derzeit wird vielerorts um eine Regulierung der Krypto-Welt gerungen. Auch ein komplettes Verbot steht zur Debatte – etwa von Stablecoins. Was steckt dahinter?

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          Die Regulierung der Kryptowelt ist aktuell eines der wichtigsten Themen in der Finanzbranche. Der Bankenausschuss des amerikanischen Senats veranstaltete vor Weihnachten eine Anhörung von Fachleuten zum Thema Stablecoins. Die auf Fragen der Finanzstabilität spezialisierte Washingtoner Wissenschaftlerin Hilary Allen forderte nun ein Verbot. Stablecoins dienten in der Praxis nicht als Zahlungsmittel, sondern aktuell nur der Spekulation im sogenannten dezentralen Finanzsystem (DeFi), also in der Kryptowelt.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Eine Gleichstellung mit Bankkonten würde das Vertrauen in das System erhöhen und dadurch dessen Wachstum und Integration in das konventionelle Finanzsystem stark beschleunigen. Die Einlagensicherung diene dem Schutz der Realwirtschaft, Stablecoins hätten damit aber nichts zu tun. Vielmehr dienten diese oft der Besicherung von Krediten und leisteten damit einer hohen Verschuldung innerhalb des Systems Vorschub, nicht unähnlich der Situation vor der Finanzkrise 2008. Letztlich sei dies ein virtuelles Casino, in dem kreditfinanzierte Wetten auf spekulative Token abgeschlossen würden. Die Gefahren seien aktuell nur deswegen noch gering, weil das DeFi derzeit noch ein weitgehend geschlossenes System sei.

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