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Kartenzahlung : Probleme mit Bezahlterminals bleiben

  • Aktualisiert am

Keine Kartenzahlung möglich - so heißt es immer noch bei manchen Geschäften. Bild: dpa

Bei vielen großen Ketten funktioniert zwar wieder alles, aber gerade bei kleineren Unternehmen kann es noch dauern, bis die Terminals wieder laufen.

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          Ende Mai herrschte an vielen Kassen ein Bezahlchaos: Kartenzahlung war vielerorts nicht mehr möglich, hektisch gemalte Pappschilder haben in zahlreichen Läden darauf hingewiesen. Grund war ein defekter Terminal-Typ von Verifone , das H5000. Es war das beliebteste Zahlungsterminal in Deutschland, allerdings ist es schon etwas in die Jahre gekommen.

          Warum die Terminals nicht mehr funktionierten, ist immer noch nicht klar: Fest steht nur, dass am 25. Mai ein Zertifikat abgelaufen war und durch ein neues ersetzt hätte werden sollen. Dieses Zertifikat sollte demnach eigentlich durch ein Software-Update am 25. Dezember aufgespielt werden, was aber offensichtlich überwiegend nicht geschehen war. Das führte dazu, dass die Terminals nicht mehr in der Lage waren, die Transaktionen zu authentifizieren.

          Auch heute, mehr als zwei Wochen nach dem Beginn der Ausfälle, haben viele Läden noch Probleme mit ihren Terminals. Bei anderen funktioniert dagegen alles reibungslos. Wie kann das sein? Grundsätzlich haben die großen Ketten ihre Terminals, so weit es geht, schon ausgetauscht, namentlich Aldi Nord und Netto. Bei Aldi Nord geht es dabei um 2200 Terminals. Auch bei Edeka , dm und Kaufland wurden die Terminals getauscht. Das lässt darauf schließen, dass viele Terminals schon auf Lager waren und nur umgetauscht werden mussten. Andere setzten zumindest übergangsweise auf andere Terminals: Rossmann hat etwa seine Filialen mit Terminals des Fintechs SumUp ausgestattet.

          Aber auch die Zahlungsdienstleister sind nicht untätig geblieben. Sie haben begonnen, die betroffenen Terminals auszutauschen. Das Problem hier: Eine so große Menge an Terminals ist nicht von heute auf morgen verfügbar. Außerdem braucht man dazu auch Techniker, einfach an- und abstöpseln funktioniert in vielen Fällen nicht. Außerdem gibt es seit etwa einer Woche ein Update. Doch auch hier dauert das Update, da ein Techniker vor Ort sein muss. Bei anderen wurde in der Zwischenzeit das Elektronische Lastschriftverfahren freigeschaltet: Dieses prüft nur die Karte, aber nicht die Deckung des Kontos, weswegen das möglich war.

          Doch bis gerade die Terminals kleinerer Unternehmen umgerüstet wurden – etwa Bäckereien oder Floristen –, kann es noch einige Zeit dauern. Sie haben ihre Terminals teilweise nur über kleinere Sparkassen und Banken bezogen, die dann nicht das technische Fachwissen haben, um hier schnell Abhilfe zu schaffen.

          Unterdessen kündigte der Handelsverband Deutschland an, den Vorfall nun prüfen zu wollen. Möglicherweise könnte das dann auch Schadenersatzforderungen nach sich ziehen: Besonders Modeunternehmen hätten hier messbare Umsatzeinbußen zu verzeichnen gehabt.

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