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Krypto-Märkte : Hacker stehlen 150 Millionen Dollar von Bitmart-Konten

Krypto-Währungen sind schön bequem und spannend - solange man sie nicht geklaut bekommt. Bild: dpa

Mindestens 150 Millionen Dollar an Kryptogeld haben Hacker bei einem Angriff auf die Börse Bitmart erbeutet. Diese hatte den Diebstahl zunächst bestritten.

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          Die Krypto-Börse Bitmart ist Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. Im Zuge einer “Sicherheitsverletzung großen Umfangs“ seien diese in sogenannte “Hot Wallets“ eingedrungen, die auf den Blockchains Ethereum und Binance basieren, und hätten Coins im Gegenwert von rund 150 Millionen Dollar erbeutet, heißt es von Bitmart. Hot Wallets sind rein software-basierte und über das Internet zugängliche Speichermöglichkeiten für Krypto-Münzen, die dementsprechend ungleich angreifbarer sind als physische Speicher (“Cold Wallets“). 

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zur Zeit sei man noch da mit beschäftigt, herausfinden, auf welchem Weg sich die Hacker Zugang verschafft hätten. Betroffen sei damit allerdings nur ein kleiner Teil der bei Bitmart gehandelten Vermögenswerte und alle anderen Wallets seien nicht betroffen. Dennoch hat Bitmart jedweden Abzug von Mitteln bis auf Weiteres ausgesetzt. Man bitte um Geduld und Verständnis.

          Der Hack wurde erstmals von der Blockchain-Sicherheitsfirma PeckShield bekannt gemacht, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Fachmedien. Laut eines Berichts der auf die Digitalwirtschaft spezialisierte Plattform tn3, hatte Bitmart diese Meldung vom Samstag zunächst als „Fake-News“ zurückgewiesen und die von Peckshueld als verdächtig bezeichneten Bewegungen als „normale Auszahlungen“ bezeichnet. Peckshield ging zuletzt davon aus, dass rund 200 Millionen Dollar abgezogen wurden.

          Altcoins im Fokus der Diebe

          Geraubt wurden laut Peckshield mindestens 21 verschiedene sogenannte Altcoins (Das sind alle Kryptoanlagen außer Bitcoin) und Meme-Token (Kryptoanlagen mit Marken- oder Spaßcharakter wie Dorgecoin oder Shiba Inu) entwendet worden. Konkret betroffen seien  Binance Coin (BNB), Safemoon, BSC-USD, Stablecoin USDC und BNBBPay (BPay), darüber hinaus Babydoge, Floki und Moonshot.

          Nach Daten der chinesischen Krypto-Sicherheitsfirma Slowmist gab es im laufenden Jahr 14 Hacks von Krypto-Börsen. Der größte war ein Angriff auf die Börse Africrypt, bei dem 69.000 Bitcoin zum damaligen Wert von rund 2,3 Milliarden Dollar erbeutet wurden. Insgesamt beziffert Slowmist die Zahl der Hacks in diesem Jahr auf 188 mit einem Gesamtschaden von 7,25 Milliarden Dollar.

          Neben dem Diebstahl wurde der Kryptomarkt am Wochenende auch von einem Kursrutsch erschüttert. Am Samstag fiel der Kurs von Bitcoin unter 50.000 Dollar. Nach der starken Abwärtsbewegung schwankte der Kurs am Montag zwischen 47.000 und 49.000 Dollar.

          BTC/USD

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          Gründe für Kursrutsch sind vielfältig

          Ein genauer Grund für das plötzliche Absacken des Bitcoin-Kurses war Experten zufolge nicht direkt ersichtlich. Einer verwies auf die gerade am Wochenende – in dann weniger liquiden Märkten – teils größeren Schwankungen bei Kryptogeld. Stoßen dann einzelne Investoren größere Positionen ab, kann das stark auf den Kurs drücken.

          Hinzu kommt eine aktuell ohnehin eher etwas angespannte Stimmung an den Finanzmärkten. Gründe sind die Ungewissheit über die Folgen der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus sowie die Erwartung, dass die Fed - gezwungen durch die hohe Inflation - ihre in der Corona-Pandemie zur Konjunkturstützung aufgelegten Anleihekäufe schneller zurückfahren dürfte als noch vor kurzem erwartet.

          In der neuen Woche richten sich die Blicke der Krypto-Anleger aber auch auf eine Anhörung der Chefs von Unternehmen aus dem Bereich, etwa des Handelsplatzes Coinbase, vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses. Sie steht am Mittwoch auf der Agenda.

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