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Fintechs : Crowdfunding und Kreditvermittlung

Dynamische Finanz-Startups laufen den traditionellen Banken den Rang ab. Bild: dpa

Viele Unternehmen nutzen Start-ups als Alternative zur traditionellen Bank. Die Innovationen der Fintechs bieten mehr Dynamik als die Universalbanken.

          Die jungen Start-ups, die mit technischen Innovationen ins Bankgeschäft vordringen, gewinnen zunehmend auch im Firmenkundengeschäft an Bedeutung. Fast jedes fünfte der aktuell 544 Fintechs in Deutschland zielt auf das klassische Geschäft der Banken mit Unternehmen ab, wie eine Studie ergab, welche die Unternehmensberatung Deloitte, die Kanzlei CMS und die Bank ING gemeinsam mit Finance Research am Mittwoch vorgestellt haben. Knapp zwei Drittel dieser auf Firmen gerichteten Fintechs bieten Finanzierungsmöglichkeiten an, so etwa die vielen Crowdfunding- und Kreditvermittlungsplattformen. Etwa ein Drittel konzentriert sich auf den Zahlungsverkehr.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Was für Banken Nachteile bringt, stellt für Unternehmen oft Vorteile da: Zum einen drücken die neuen Wettbewerber die Preise und damit die Margen, zum anderen machen ihre Angebote viele Prozesse einfacher und effizienter. Da viele der Fintechs den Vorteil nutzen wollen, das gleiche Angebot möglichst vielen Kunden anzubieten, richten sich die meisten von ihnen auf kleine und mittlere Unternehmen. Nur zehn der betrachteten Start-ups wenden sich an Großkonzerne. Ein Beispiel dafür ist etwa CRX-Markets, ein Marktplatz, der Käufer, Lieferanten und Investoren für forderungsgestützte Finanzierungen zusammenbringt, und mit dem Unternehmen wie die Lufthansa zusammenarbeiten.

          „Auch im Firmenkundengeschäft hat das Prinzip der Universalbank ausgedient.“

          Auch wenn zuletzt viel davon geredet wird, dass Banken und Fintechs sich inzwischen mehr als Partner denn als Konkurrenten sehen: Im Firmenkundengeschäft treten die allermeisten Fintechs noch als Herausforderer der traditionellen Banken an. Nur 13 der untersuchten Fintechs stuften die Studienautoren als „Freunde der Banken“ ein, wovon wiederum nur vier als tatsächliche Helfer kategorisiert wurden, welche die klassischen Kreditinstitute in ihren Prozessen unterstützen. Der Großteil tritt entweder direkt mit eigenen Konkurrenzangeboten an die Unternehmen heran oder will sich etwa in Form von Vermittlungsplattformen zwischen die Bank und ihren Firmenkunden stellen.

          Frank Wüller, einer der Gründer des Finanzportals Compeon, sagte: „Auch im Firmenkundengeschäft hat das Prinzip der Universalbank ausgedient.“ Wie Privatkunden setzten auch Unternehmen für unterschiedliche Belange auf verschiedene Anbieter. Gerade kleine und mittlere Unternehmen hegten in Deutschland aber eine enge Verbindung zu ihrer Hausbank, sagte etwa Gernot Overbeck, dessen Fintura GmbH Mittelständlern die richtige Finanzierungsform für ihre jeweilige Investition vermitteln will. Nikolay Kolev, Geschäftsführer von Deloitte Digital, verwies zudem darauf, dass bei vielen Unternehmen noch nicht genug Vertrauen in Fintechs bestehe. Gerade bei Finanzierungen sei wichtig, dass der Partner auch übermorgen noch am Markt sei.

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          Ein Vorteil der Firmenkunden-Fintechs sei, dass sie oft schneller Geld verdienten als solche, die Privatkunden bedienten, sagte Bankenberater Peter Barkow, der an der Studie mitgewirkt hat. Eine Folge sei, dass die Privatkundenangebote deutlich mehr Geld etwa bei Wagniskapitalgebern einsammeln müssten.

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