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Fintech : Geldtransfers ins Ausland müssen nicht teuer sein

Niederlassung von Western Union in Makeni, Sierra Leone Bild: Picture-Alliance

Junge Unternehmen wie Ripple oder Transferwise fordern Banken und andere Geldversender heraus: mit Schnelligkeit und niedrigeren Kosten.

          4 Min.

          Beträge von hier nach dort in alle Welt zu überweisen, erfordert oft einiges an Geduld und Geld. Meistens werden internationale Transaktionen, die laut Weltbank im Jahr rund 500 Milliarden Dollar betragen, über Finanzinstitute oder Geldversender wie Western Union abgewickelt. Dafür verlangen sie von den Kunden stattliche Gebühren von 5 Prozent und mehr.

          Thomas Klemm
          Sportredakteur.

          Wenn die Zeichen der digitalen Zeit nicht trügen, werden die Erlöse der etablierten Anbieter langsam, aber sicher schwinden. Start-up-Unternehmen der Finanztechnologie, auch als Fintechs bezeichnet, stoßen zunehmend ins Geschäft vor. Die jungen Unternehmen müssen sich bei den Kunden zwar noch einen Namen machen.

          Sie wissen aber, dass ein bisschen Provokation zum Handwerk gehört. So wie Chris Larsen, der als Geschäftsführer von Ripple Labs den internationalen Zahlungsverkehr derzeit als langsam und teuer beschreibt: „Wenn ich jetzt Geld in die Vereinigten Staaten überweisen müsste, würde ich es in einen Briefumschlag stecken und mit Fed Ex verschicken - das geht schneller.“

          Ripple schlägt Wellen

          Auf dem Markt tummeln sich immer mehr Anbieter mit verschiedenen Produkten. Viele Fintechs versprechen, den Service im internationalen Zahlungsverkehr zu verbessern: Bequemer, schneller, günstiger und transparenter seien ihre jeweiligen Angebote, behaupten die jungen Unternehmer. Die Bezeichnung „Disruptor“ empfinden viele von ihnen als eine Auszeichnung.

          Ripple-Chef Larsen will mit seinem Software-Unternehmen in San Francisco kein Störenfried sein, sondern versteht sich auch als Partner von Finanzinstitutionen und Regulatoren. Bei vielen findet er ein offenes Ohr. Die hohen Entgelte für Geldtransfers würden „öffentlich problematisiert“, sagte jüngst Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Bundesbank für Zahlungsverkehr.

          Ripple dient als ein Währungsnetzwerk und Protokoll für sekundenschnelle Überweisungen und Devisenhandel. Als Brückenwährung fungiert die interne Währung Ripple XRP, die zweitgrößte Kryptowährung nach Bitcoin. Banken und Dienstleister werden grenzüberschreitend verknüpft, Korrespondenzbanken entfallen. Ripple-Nutzer sprechen sich übers Internet reihenweise gegenseitig das Vertrauen aus. „Es ist ein offener Ort, zu dem jeder Zutritt hat“, sagt Larsen. „Und es ist ein sehr günstiger Weg, Werte auszutauschen.“

          Hilfsmittel Kryptowährung

          Ripple und seine Kryptowährung XRP haben einen vor allem hierzulande prominenten Berater. Der frühere Wirtschafts- und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg legt sich in Interviews mächtig ins Zeug, um Verbrauchern „die offensichtlichsten Vorteile internetbasierter Zahlungsmechanismen“ nahezubringen. Ripple hat einige Partnerbanken, darunter in Deutschland die Fidor Bank. Sie bietet seit einigen Monaten Ripple-Überweisungen an; sie kosten weniger als 1 Euro.

          Vor einigen Wochen indes wurde dem kalifornischen Unternehmen von der amerikanischen Finanzaufsicht Fin Cen eine Geldstrafe von 700.000 Dollar auferlegt, weil es in seiner Frühphase gegen Regularien für die Geldwäscheprävention verstieß und Kryptogeld verkaufte, bevor es als Finanzdienstleister zugelassen war.

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