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Fintech-Branche : Wirecard und Klarna starten Kooperation

Der Rapper Snoop Dogg ist das Werbegesicht des schwedischen Fintechs Klarna. Bild: Klarna

Das schwedische Unternehmen Klarna und der Dax-Konzern wollen enger zusammenarbeiten. Es ist die zweite strategische Partnerschaft, die das Fintech innerhalb nur einer Woche verkündet.

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          In der Fintech-Branche zeichnet sich eine neue Zusammenarbeit hat, die es in sich hat. Das schwedische Finanz-Start-up Klarna wird künftig mit dem deutschen Dax-Konzern und Finanzdienstleister Wirecard zusammenarbeiten, wie die F.A.Z. vorab erfuhr. Die beiden Unternehmen wollen damit ihre Bezahllösungen erweitern. Konkret heißt das, dass Händler, die Wirecard nutzen, in Zukunft auch Klarnas Bezahlmethoden anbieten können. Das gilt sowohl für Deutschland, als auch für andere europäische Märkte, in denen Klarna aktiv ist. Für Verbraucher bedeutet das, dass sie aus einer größere Palette an Zahlungsmethoden wählen können.

          Antonia Mannweiler

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Der Fokus des schwedischen Fintechs, das derzeit mit rund 5,5 Milliarden Dollar bewertet wird, liegt dabei zwar vor allem auf dem Rechnungskauf. Darüber hinaus bietet das Unternehmen aber auch die Funktion „Pay later“ an. Damit können die Handelspartner von Klarna, zu denen auch Online-Shops wie H&M oder Adidas zählen, ihren Kunden anbieten, zu einem späteren Zeitpunkt zu zahlen. „Shoppe jetzt. Bezahle später“, bewirbt Klarna diese Zahlungsmethode. Bis zu zwei Wochen können Kunden Zahlungen aufschieben, ohne dass ihnen dadurch Kosten entstehen. Und auch der klassische Ratenkauf über bis zu 24 Monate ist möglich. Kritik an solchen Bezahlmethoden gibt es immer wieder. Gerade jüngere Kunden von Online-Shops könnten so zu Käufen animiert werden, die sie sich eigentlich nicht leisten können, heißt es dabei oft.

          Rapper soll Klarna bekannter machen

          Während Wirecard eher im Hintergrund arbeitet, aber weltweit mit mehr als 280.000 Unternehmen zusammenarbeitet, beschränkt sich Klarnas Fokus derzeit noch auf Europa, auch wenn das Fintech immer mehr in den Vordergrund drängt, und vor allem beim Endkonsumenten immer bekannter wird. Dafür sorgt auch das Werbegesicht, gleichzeitig einer der Investoren von Klarna, der Rapper Snoop Dogg, der für „smooth payment“, also für ein geschmeidiges und einfaches Zahlen steht. In dem Zusammenhang nennt er sich „Smooth Dogg“.

          Klarna selbst ist dabei als eine Art Hybrid aus Digitalbank wie N26 und Zahlungsdienstleister wie Wirecard oder Adyen zu sehen. Durch die jetzt geschlossene Kooperation gewinnen Wirecard und Klarna eine Vielzahl neuer Händler. Zur genauen Höhe wollen die Unternehmen aber noch keine Angaben machen. Derzeit wickeln mehr als 200.000 Händler und Dienstleister über den europäischen Paypal-Konkurrenten Klarna Zahlungen ab.

          Es ist die zweite Ankündigung dieser Art des schwedischen Finanz-Start-ups innerhalb von nur einer Woche. Erst vergangenen Mittwoch hatte Klarna eine engere strategische Partnerschaft mit Ant Financial angekündigt, einer Tochtergesellschaft des chinesischen Technologie-Giganten Alibaba. Ant Financial hatte eine Minderheitsbeteiligung an dem schwedischen Fintech erworben. Damit gehört Klarna zusammen mit dem britischen Finanz-Dienstleister Revolut zu den wertvollsten nicht börsennotierten Fintechs Europas.

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