https://www.faz.net/-gv6-9rj4c

Keine Festlegung von Anteilen : Währungskorb von Libra ist noch nicht fix

Der Währungskorb von Libra wird bunt - doch die Farbmischung steht noch nicht fest. Bild: Reuters

Der Währungskorb für Facebooks Digitalwährung Libra ist noch nicht fixiert. Die Libra Association dementierte am Montag anders lautende Berichte gegenüber der F.A.Z.

          1 Min.

          Die Libra Association, die das von Facebook und anderen Unternehmen angekündigte Digitalgeld herausgeben wird, hat Berichte dementiert, wonach schon feststehe, wie die Währungen in dem mit Libra verbundenen Korb gewichtet seien. Am Wochenende hatte das Magazin „Spiegel“ unter Berufung auf einen Brief von Facebook an einen Abgeordneten der Bundestagsfraktion der Linken gemeldet, der Korb werde zu 50 Prozent Dollar, 18 Prozent Euro, 14 Prozent Yen, 11 Prozent Pfund und 7 Prozent Singapur-Dollar enthalten, aber keine chinesischen Yuan. „Das ist falsch, wir können heute noch keine exakten Zahlen festlegen“, sagte Bertrand Perez, der Vorsitzende der Libra-Association, der F.A.Z. in London. Die Werte lege auch nicht Facebook, sondern der Council der Libra-Vereinigung fest. Yuan werde der Korb aber nicht enthalten, bestätigte Perez.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Die Digitalwährung, die wie die bekannte Digitalwährung Bitcoin auf der Blockchain-Technik basiert, soll in der zweiten Jahreshälfte 2020 starten. Derzeit sind 29 Unternehmen und Organisationen Mitglied der Libra-Vereinigung mit Sitz in Genf, darunter neben Facebook auch Visa, Mastercard, Paypal und Uber sowie einige gemeinnützige Organisationen (NGOs). Die Vereinigung wolle keine Gewinne machen, betont Perez. „Libra ist kein Investment-Vehikel“. Das Geld der Nutzer werde in bestehende Währungen und zum kleinen Teil in kurzlaufenden Anleihen angelegt; falls diese Zinsen abwerfen, würden davon die Kosten der Association gedeckt und Projekte der NGOs finanziert.

          Libra könne Zahlungen - etwa die Überweisungen von Gastarbeitern in ihre Heimatländer von jährlich fast 600 Milliarden Dollar - sehr viel günstiger gestalten und schneller machen. Die Bedenken vieler Regulierer und Regierungen könne er verstehen, sagte Perez. Gegenwärtig beantragt er eine Lizenz als Zahlungsdienstleister bei der Schweizer Finanzaufsicht Finma. Libra werde keine private Geldschöpfung betreiben. „Libra spiegelt genau die staatliche Geldpolitik wieder, es ist ihr Abbild.“

          Weitere Themen

          Zusatzrente vom Chef

          FAZ Plus Artikel: Betriebsrenten : Zusatzrente vom Chef

          Die Regierung macht Betriebsrenten attraktiver: Künftig werden weniger Krankenkassenbeiträge fällig. Vier Millionen Rentner dürfen sich freuen. Und was ist mit dem Rest?

          Topmeldungen

          Abwärtstrend der Union : Die verlorene Heimat

          Für viele in der Union war Schwarz-Grün mal eine moderne Idee. Jetzt wächst die Angst, dass die Grünen übermächtig werden – und sie selbst als Juniorpartner enden.
          Unser Sprinter-Autor: Oliver Georgi

          F.A.Z.-Sprinter : Wer kann SPD-Vorsitz?

          Während es bei der SPD zum nächsten Duell um den Vorsitz kommt, läuft es bei den Grünen prächtig. Es steht sogar die Frage nach der Kanzlerkandidatur im Raum. Was sonst noch wichtig wird, der F.A.Z.-Sprinter.
          Ein gepanzerter Polizeiwagen versucht in der Nacht eine Barrikade zu durchbrechen und wird von den Protestlern an der Polytechnischen Universität in Brand gesteckt.

          Krise in Hongkong : Unter Belagerung

          Hunderte Hongkonger Aktivisten harren auf dem Campus der Polytechnischen Universität aus. Die Polizei hat das Gelände umstellt – und droht mit dem Einsatz scharfer Munition.

          DFB-Team vor EM 2020 : Der Zauber lässt sich nicht zurückholen

          Vor der EM 2020 sollen bei der DFB-Elf die Kräfte von 2010 reanimiert werden. Die Analogie liegt auf der Hand. Wie damals wurde die Auswahl verjüngt, Hierarchien wurden aufgebrochen. Doch so leicht ist das nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.